„Arabische Führer sollen Beispiel Ägyptens folgen“

Kairo/Jerusalem – Während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit (r.), dem Regierungschef der radikal-islamischen -Bewegung, sagte der ägyptische , Ägypten stehe fest an der Seite der Palästinenser. Die Opfer der israelischen Angriffe bezeichnete er als „Märtyrer“. Die Regierung Ägyptens unter Mohammed Mursi positioniert sich klar zu Gunsten der Hamas – damit gewinnt der Konflikt eine neue Dimension.

Hanija lobte seinerseits die neue Politik des „revolutionären Ägyptens“. Er sprach von einem „historischen Besuch“ und forderte die anderen arabischen Führer auf, dem Beispiel der Ägypter zu folgen. „So Gott will, werden wir siegen“, fügte er hinzu.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte sich vor dem Besuch des ägyptischen Politikers zu einer Feuerpause bereiterklärt. Arabische Fernsehsender berichteten jedoch am Freitagvormittag schon wieder von israelischen Angriffen, bei denen ein Erwachsener und ein Kind getötet worden sein sollen. Insgesamt sollen bisher 16 Palästinenser ums Leben gekommen sein. Auf israelischer Seite ist die Rede von bislang drei zivilen Todesopfern seit der Eskalation der Kampfhandlungen.

betonte, seit 08.00 Uhr MEZ nicht mehr anzugreifen. Seit dem Beginn des Besuchs von Kandil seien aber mindestens 50 Raketen in Richtung abgefeuert worden.

An der Grenze zu Ägypten wurde ein Jeep der Nachrichtenagentur Reuters von einem Geschoss aus dem Gazastreifen getroffen. Alle Insassen seien unverletzt geblieben, aber das Fahrzeug sei erheblich beschädigt worden, sagte ein Sprecher von Reuters in Jerusalem auf Anfrage.

Am Mittwoch hatte der ägyptische Präsident Mohammed Mursi seinen Botschafter aus Israel abgezogen. Er hatte außerdem eine Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga und der Vereinten Nationen wegen der israelischen Luftangriffe gefordert. Die israelischen Streitkräfte bombardieren seit Tagen den Gazastreifen, während militante Palästinenser israelische Städte mit Raketen beschießen. Heute schlug erstmals eine Hamas-Rakete in Tel Aviv ein.

USA fordern Verbündete auf, ihren Einfluss auf die Hamas geltend zu machen

Unterdessen haben die USA am Donnerstag Ägypten, die Türkei und die europäischen Länder aufgefordert, Druck auf die Hamas auszuüben, um die Organisation zum Ende der Raketenangriffe auf Israel zu bewegen. Die USA sehen die Hauptverantwortung für die nunmehrige Eskalation bei der Hamas und den Raketenangriffen aus dem Gazastreifen auf israelisches Territorium.

Die USA selbst stünden nach Angaben des Weißen Hauses in engem Kontakt mit Israel, um Gespräche über das militärische Vorgehen im von der Hamas kontrollierten Territorium zu führen. „Wir fordern unsererseits nun diejenigen, die bis zu einem gewissen Grad Einfluss auf die Hamas nehmen können, wie die Türkei, Ägypten oder einige der europäischen Länder, auf, diesen geltend zu machen, um die Hamas zur Deeskalation zu bewegen“, sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Ben Rhodes.

Jay Toner, der Sprecher des Weißen Hauses, erklärte gegenüber Reportern: „Wie Sie wissen, bedauern wir jedes zivile Opfer, auf beiden Seiten. Es ist jedoch das Hauptaugenmerk darauf zu legen, dass die Hamas ihre Raketenangriffe beendet.“

US-Präsident Barack Obama sprach nach Angaben des Weißen Hauses bereits am Mittwochabend mit Ministerpräsident Netanyahu und forderte ihn auf, „jede nur mögliche Anstrengung zur Vermeidung ziviler Opfer“ zu treffen, während er gleichzeitig Israels Recht unterstrich, sich gegen Angriffe durch die Hamas zur Wehr zu setzen.

Auch mit Mursi habe Obama gesprochen. Das Weiße Haus gab an, der Präsident wollte auf diesem Wege Ägypten Mut und Anerkennung hinsichtlich der „zentralen Rolle bei der Aufrechterhaltung der regionalen Sicherheit“ zusprechen.

Die Moslembruderschaft, der Mursi angehört, pflegt ein enges nachbarschaftliches Verhältnis zur Hamas in und forderte wiederholt einen ökonomischen Boykott Israels.

Auch die Türkei und einige europäische Länder halten teilweisen Kontakt mit der Hamas – anders als die USA, die diese als terroristische Gruppierung einstuft und Gespräche aus diesem Grund ablehnt. (dpa/AFP/Hurriyet Daily News)