Türkische Soldaten nach Putschversuch nach Griechenland geflohen

Athen: Griechenland schiebt mutmaßliche Putschisten nicht ab

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Ein Gericht in Athen hat einen Antrag der türkischen Justiz zur Auslieferung von drei mutmaßlichen Putschisten abgelehnt. Dies berichteten das Staatsradio (ERA) und der Nachrichtensender Skai am Montag. Die Entscheidung über fünf weitere türkische Militärs solle in den kommenden Tagen fallen, berichtete der Nachrichtensender Skai weiter. Griechische Rechtsanwälte rechneten damit, dass die Justiz auch sie nicht in die Türkei ausliefern werde.

Die Militärs – zwei Majore, vier Hauptmänner und zwei Unteroffiziere – waren nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei am 15. Juli mit einem Militärhubschrauber in Alexandroupoli nahe der türkischen Grenze gelandet und hatten Asyl beantragt.

Noch im Juli wurden die acht Soldaten wegen illegalen Grenzübertritts zu zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Urteil war jedoch unabhängig vom laufenden Asylverfahren. Die türkische Regierung verlangt, dass Griechenland die Männer sofort ausliefert. Beide Staaten sind NATO-Mitglied und damit zumindest pro forma verbündet. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatten sich bereits bei einem Telefonat im Sommer persönlich des Falles angenommen.

Die türkischen Militärs sollen während der Gerichtsverhandlung bekräftigt haben, ihre Leben würden bei einer Auslieferung in Gefahr sein. Sie verwiesen auf Informationen und Videos von Folterungen ihrer Kollegen in der Türkei, erklärten ihre Rechtsanwälte den Reportern. Auch die Staatsanwaltschaft von Athen plädierte für die Ablehnung des Auslieferungsantrags, wie Medien berichteten. Mitglieder der Familien der geflüchteten Militärs seien verfolgt und bedroht worden. (dpa/dtj)