Außenminister Westerwelle will kurzfristig in die Türkei reisen

Peking – Nach der erzwungenen Landung eines syrischen Passagierflugzeugs in der Türkei hat Außenminister Guido Westerwelle beide Seiten zu Besonnenheit aufgerufen. „Wir müssen sorgfältig darauf achten, dass wir hier nicht in eine Eskalationsspirale geraten, an deren Ende dann ein Flächenbrand steht, der die gesamte Region anzünden kann“, sagte Westerwelle am Freitag in Peking.

Auf der Rückreise von einem dreitägigen China-Besuch will er deshalb an diesem Samstag Zwischenstation in Istanbul machen. Geplant ist ein Treffen mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoğlu.

In dem Flugzeug, das aus Moskau nach Damaskus unterwegs war, wurden nach Angaben der türkischen Regierung „militärische Güter“ entdeckt. Westerwelle sagte: „Es ist nicht akzeptabel, dass Waffen an das syrische Regime geliefert werden.“ Zugleich mahnte er die Türkei, niemand dürfe jetzt auf „Provokationen“ hereinfallen. Mit dem Zwischenstopp in Istanbul wolle er auch ein Zeichen der Solidarität setzen.

Der seit anderthalb Jahren dauernde Konflikt in Syrien hat mehrfach schon zu Spannungen zwischen den Nachbarländern geführt. Die Zwangslandung der Maschine belastet nun auch die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland. Westerwelle vermied jedoch Kritik an Moskau, wo die Maschine beladen wurde. Der Vorfall müsse genau aufgeklärt werden. (dpa)