Avicenna Stipendien warten auf Eure Bewerbungen!

Das Avicenna Studienwerk verteilt wieder Stipendien an muslimische Studierende in Deutschland. Die Bewerbungsphase läuft noch bis zum 1. Oktober 2017.

Für eine Studierendenförderung können sich Abiturient/ innen und Studierende bewerben, die folgende formale Voraussetzungen erfüllen:

  • Immatrikulation an einer staatlichen oder staatlich anerkannten deutschen Hochschule,
  • mindestens noch fünf Semester Regelstudienzeit (inkl. Master)
  • sowie die deutsche Staatsangehörigkeit, die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedsstaates oder der Status eines Bildungsinländers im Sinne § 8 BAföG.

Auch promovierende können sich bei Avicenna für ein Stipendium bewerben. Für mehr Informationen einfach die Informationsbroschüre des Studienwerkes aufsuchen. Avicenna Studienwerk Info Broschüre

Die Gründungsgeschichte des Studienwerkes Avicenna

Die Gründung des Avicenna-Studienwerks geht auf eine gemeinsame Initiative von Beschir Hussain und Matthias Meyer zurück. Beide wurden während ihres Studiums durch Stipendien renommierter Stiftungen unterstützt. In der Förderung begabter muslimischer Studierender und Promovierender erkannten sie ein wichtiges Desiderat und entwickelten die Idee, ein muslimisches Begabtenförderungswerk aufzubauen.

Im Winter 2010 trafen sie sich mit Prof. Dr. Bülent Uçar, dem sie von dieser Idee berichteten. Gemeinsam entwickelten sie das Profil und die Strukturen des späteren Studienwerkes. Zusammen mit Siham Fet-Tahi und anderen ehrenamtlichen Unterstützern bereiteten sie die Gründung des Begabtenförderungswerkes vor. In der Zwischenzeit konnte das Vertrauen zahlreicher muslimischer Institutionen gewonnen werden. Nach fast zwei Jahren Vorarbeit wurde das Avicenna-Studienwerk im März 2012 als Verein in Osnabrück von 13 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Seit der Vereinsgründung engagieren sich eine Vielzahl von Wissenschaftlern und Organisationen in den Gremien des Vereins. Durch die Einstellung von Mounir Azzaoui als ersten hauptberuflichen Geschäftsführer, großzügige Spenden und eine Förderung durch die Stiftung Mercator, konnte die Initiative auf stabile Beine gestellt werden.

Ein Meilenstein war die offizielle Anerkennung des Avicenna-Studienwerkes durch die Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka: Am 16. Juli 2013 wurde das Studienwerk in die Reihe der vom BMBF anerkannten und geförderten Begabtenförderungswerke in Deutschland aufgenommen. Die Geschäftsstelle in Osnabrück wird mittlerweile durch Hakan Tosuner geleitet. Seit Mitte Februar 2014 können sich begabte und gesellschaftlich engagierte junge Muslime beim Avicenna-Studienwerk um ein Begabtenstipendium bewerben. Mit der Aufnahme der ersten Stipendiaten verwirklicht sich die ursprüngliche Gründungsvision. Gleichzeitig öffnet sich dadurch ein neues Kapitel: Die zukünftige Geschichte des Avicenna-Studienwerkes schreiben die Stipendiaten.

Wer war Avicenna?

Avicenna ist der latinisierte Name des großen muslimischen Universalgelehrten Abū ʿAlī al-Ḥusayn b. ʿAbdallāh b. al-Ḥasan b. ʿAlī Ibn Sīnā (980-1037).

Ibn Sina wurde in der Nähe von Buḫārā (im heutigen Usbekistan) geboren und studierte schon sehr früh die islamisch-theologischen Wissenschaften. Bei verschiedenen Gelehrten lernte er die damals gängigen philosophischen Wissenschaftsdisziplinen Logik, Metaphysik, Ethik und theoretische Philosophie. Er rezipierte und kommentierte antike Philosophen Griechenlands wie z.B. Aristoteles und Platon. Später bildete sich Ibn Sina autodidaktisch in den naturwissenschaftlichen Fächern Mathematik, Astronomie, Chemie, Alchemie, Physik, Geologie, Botanik und Zoologie aber auch in der Musiktheorie weiter.

Darüber hinaus war Ibn Sina ein bedeutender Mediziner und praktizierender Arzt, der in seinem Umfeld schnell Ruhm und Prominenz erlangte. Sein herausragendes Werk ist der im Jahr 1013 geschriebene ‚Kanon der Medizin‘ (al-qānūn fī ṭ-ṭibb), der in Europa noch bis ins 18. Jahrhundert als Standardlehrbuch in der medizinischen Ausbildung verwendet wurde.

Als einer der großen muslimischen Universalgelehrten steht er für wissenschaftliche Exzellenz, freiheitliche Philosophie, Pluralität und die Übernahme von Verantwortung für seine Mitmenschen. Ibn Sina ist eine der wichtigsten Figuren, über die antikes und arabisches Wissen nach Europa gelangte. Durch seine breitgefächerte Kenntnis der naturwissenschaftlichen aber auch philosophischen Disziplinen gilt er als Symbol für wissenschaftliche Exzellenz und als Brückenbauer zwischen Orient und Okzident.