Ankara und Bagdad beenden ihre diplomatische Krise

Die T체rkei und der Irak haben ihren heftigen Streit um t체rkische Truppen im Nordirak entsch채rft. Der irakische Ministerpr채sident Haidar al-Abadi sprach am Samstag nach einem Treffen mit seinem t체rkischen Kollegen Binali Y캇ld캇r캇m in Bagdad von einer Einigung, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Ankara habe zugesagt, das Thema bald beizulegen, sagte al-Abadi.

Y캇ld캇r캇m erkl채rte einschr채nkend, das Thema werde „auf freundschaftliche Weise“ mit der irakischen Regierung gel철st, wenn die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zerst철rt sei. Die Truppen w체rden abziehen, sobald im Land Frieden und Stabilit채t herrschten.

Bagdad und Ankara streiten sich seit Monaten um eine t체rkische Milit채rbasis in Baschika nahe Mossul. Die t체rkischen Soldaten bilden dort im Kampf gegen den IS lokale sunnitische Kr채fte aus und unterst체tzen auch kurdische Peschmerga-K채mpfer. Der Irak fordert seit langem, dass die T체rkei ihre Truppen abzieht, Ankara wies die Forderung bisher zur체ck. Es kam zu einem heftigen rhetorischen Schlagabtausch zwischen den beiden Regierungen und zu anti-t체rkischen Demonstrationen im Irak. Bagdad hatte daraufhin den UN-Sicherheitsrat angerufen.

Ankara will au횩erdem st채rker am Kampf gegen den IS혻in der Region beteiligt werden. Die mehrheitlich sunnitische T체rkei will einen wachsenden Einfluss schiitischer und vom Iran unterst체tzter Milizen im Nachbarland verhindern. Diese spielen bei der Offensive zur Befreiung der IS-Hochburg Mossul eine wichtige Rolle. Bagdad hatte eine Beteiligung der t체rkischen Armee an der Eroberung Mossuls lange verweigert, die Regierung in Ankara hatte jedoch darauf beharrt.

T체rkei sagt Truppenabzug aus Baschika zu

In einer gemeinsamen Erkl채rung nach dem Treffen der Regierungschefs hie횩 es: „Beide Seiten betonten, dass das Milit채rlager Baschika ein irakisches Milit채rlager ist.“ Der Irak habe bekr채ftigt, dass die T체rkei mit Schritten zum Abzug ihrer Truppen beginne und die Akte geschlossen werde. Die T체rkei versichert in dem Papier, sie respektiere die Souver채nit채t des Iraks. Beide Seiten wollten im Kampf gegen den Terrorismus zusammenarbeiten, hie횩 es weiter.

Y캇ld캇r캇m begr체횩te nach Angaben der staatlichen t체rkischen Nachrichtenagentur Anadolu Ajans캇 (AA) eine Zusage al-Abadis, wonach der Terrororganisation PKK혻nicht erlaubt werde, der T체rkei von irakischem Territorium aus Schaden zuzuf체gen. Diese Aussage sei „mit gro횩er Freude“ zur Kenntnis genommen worden und zeige, was die T체rkei und der Irak gemeinsam im Kampf gegen den Terrorismus erreichen k철nnten.

Die PKK unterh채lt im nordirakischen Kandil ihr Hauptquartier. Vor dem Treffen der beiden Regierungschefs flog die t체rkische Luftwaffe in der Region Angriffe gegen PKK-Stellungen. Anadolu meldete, die Kampfjets h채tten am Freitagabend elf Ziele bombardiert.

Abzug der PKK aus Sindschar scheint beschlossen

Y캇ld캇r캇m forderte in Bagdad zudem einen Abzug der PKK-K채mpfer aus der Sindschar-Region. Terrororganisationen in dem Gebiet stellten eine Bedrohung dar, die beseitigt werden m체sse. Vergangene Woche hatte die kurdische Autonomieregierung im Nordirak bekanntgegeben, dass sie sich mit der PKK auf einen Abzug der PKK-K채mpfer aus der Sindschar-Region geeinigt habe. Bis wann das geschehen soll, wurde jedoch noch nicht bekanntgegeben. Der Abzug galt als eine Voraussetzung f체r einen Abzug der t체rkischen Truppen aus der Region.

Diese Position bekr채ftigte Y캇ld캇r캇m am Sonntag nach seiner Weiterreise in Erbil, der Hauptstadt des kurdischen Autonomiegebiets im Nordirak. Auf einer Pressekonferenz mit dem Kurdenpr채sidenten Massud Barzani sagte Y캇ld캇r캇m nach Angaben der t체rkischen Nachrichtenagentur Anadolu, man werde nicht zulassen, dass sich die PKK in der Sindschar-Region „einnistet“.

Anschlie횩end besuchte der t체rkische Premierminister die kurdischen Peschmerga-K채mpfer, die unter anderem von den USA und Deutschland mit Waffen und Training f체r den Kampf gegen den IS unterst체tzt werden.

Die Sindschar-Region im Nordwesten des Iraks ist eine Hochburg der religi철sen Minderheit der Jesiden. Das mittlerweile wieder befreite Gebiet war 2014 vom IS 체berrannt worden. PKK-K채mpfer unterst체tzten damals die Angeh철rigen der religi철sen Minderheit bei der Flucht. (dpa/ dtj)