Bald größter Flughafen der Welt in Istanbul?

Bereits im April 2012 hatte Ministerpräsident Erdoğan am Rande der Eröffnung des Trump-Tower-Einkaufszentrums in Istanbul angekündigt, einen neuen Flughafen in der Stadt errichten zu wollen. Dieser solle ein Fassungsvermögen von 100 Millionen Menschen aufweisen, so damals Erdoğan.

Am gestrigen Mittwoch berichtete die „Welt“ unter Berufung auf einen Bericht der Zeitung „Vatan“, dass der geplante neue Airport noch wesentlich größer dimensioniert sein soll. Das Blatt spricht von einem „Projekt der Superlative“. Im Norden von Istanbul solle der größte Flughafen mit insgesamt sechs Startbahnen entstehen.

Gemessen an der Passagierkapazität soll der neue Flughafen der größte der Welt werden. Nach Abschluss des Endausbaus gegen Ende des Jahrzehnts werde der umgerechnet etwa drei Milliarden Euro teure Airport für rund 150 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt sein, so die „Welt“ wiederum unter Berufung auf „Vatan“. Zum Vergleich: Der derzeit als weltgrößter Flughafen geltende Airport von Atlanta befördert derzeit rund 93 Millionen Passagiere pro Jahr. Der Atatürk-Flughafen von Istanbul kam im letzten Jahr auf 37 Millionen.

Der Bau soll im Jahr 2014 beginnen. Dabei sollen einige Dörfer dem Großprojekt weichen. Es wird mit Protesten im Zusammenhang mit geplanten Enteignungen zu diesem Zweck gerechnet.

In der Nähe des Flughafens wolle die türkische Regierung zudem eine ganz neue Stadt errichten lassen, in der unter anderem die Olympischen Spiele im Jahr 2020 stattfinden sollen. Istanbul ist zusammen mit Tokio und Madrid in der Endausscheidung für die Spiele; eine Entscheidung soll im September kommenden Jahres fallen.

Verstärkte Kooperation zwischen Turkish Airlines und Lufthansa?

Unterdessen trat Turkish Airlines in den letzten Tagen laut gewordenen Gerüchten über einen geplanten wechselseitigen Erwerb von Anteilen zwischen dem Unternehmen und der Lufthansa in größerem Ausmaß entgegen. Man arbeite bereits im Rahmen des Bündnisses „Star Alliance“ zusammen und strebe einen Ausbau der Kooperation an, es gäbe bis dato jedoch weder fest angesetzte Gespräche noch Entscheidungen.

Die „Financial Times Deutschland“ hatte vor einigen Tagen die Möglichkeit einer Überkreuzbeteiligung angesprochen. Tatsächlich sei nach Angaben des türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan im Rahmen seines Deutschlandbesuches mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auch über eine stärkere Zusammenarbeit der beiden Fluglinien gesprochen worden. Die beiden Regierungschefs hätten dabei Einigkeit hinsichtlich des Aufbaus einer „gemeinsamen Verwaltung“ erzielt.

Eine Zusammenarbeit beider Fluggesellschaften könnte beiderseitige Kostenvorteile bringen. Darüber hinaus würde die Lufthansa von der wachsenden Bedeutung des potenziellen Kooperationspartners profitieren. Turkish Airlines expandiert massiv in Anbetracht eines wachstumsstarken Heimatmarktes und eines weit verzweigten Streckennetzes. (AFP/Reuters/Die Welt)