BASF-Chef Bock zur Liste aus Türkei: Trägt nicht zu Vertrauen bei

Der Vorstandschef des Chemiekonzerns BASF, Kurt Bock, hat mit scharfen Worten darauf reagiert, dass das Unternehmen zusammen mit anderen von der Türkei versehentlich der Terrorunterstützung bezichtigt wurde. «Das trägt natürlich nicht dazu bei, Vertrauen aufzubauen oder Vertrauen zu stärken», sagte Bock am Donnerstag in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. «Jeder weiß, dass man für Investitionen stabile Grundlagen braucht, und dazu gehört natürlich auch, dass man Recht und Gesetz anerkennt.»

Nach Darstellung der Bundesregierung hatte die Türkei im Mai an Deutschland eine Liste mit knapp 700 Unternehmen übermittelt, die – nach der ursprünglichen Mitteilung aus Ankara – aufgrund ihrer Geschäftsbeziehungen zu türkischen Firmen aufgefallen seien und gegen die türkische Behörden wegen Terrorfinanzierung ermittelten. Dazu gehörte auch BASF. Nach heftiger Kritik aus Deutschland hatte die Türkei die Liste wieder zurückgezogen.

Der türkische Vize-Ministerpräsident Bekir Bozdağ hatte am Montag gesagt, es habe sich um ein «Kommunikationsproblem» gehandelt. Es sei «definitiv nicht um irgendwelche Untersuchungen gegen deutsche Firmen» gegangen.

BASF hat in der Türkei sechs Produktionsstätten und beschäftigt dort gut 800 Menschen (Stand 31. Dezember 2016).

 

dpa/dtj
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