Berliner AK hofft auf Unterstützung von Fußballfan Erdoğan

Von Tiefstapelei ist in Berlin-Wedding keine Spur – im Gegenteil. Der Regionalligist Berliner AK (Berliner Athletik-Klub 07) strotzt vor der schweren Aufgabe in der 2. Pokalrunde nur so vor Selbstvertrauen. „Ich knipse auch die Löwen weg“, tönt Metin Çakmak, den man besonders im Kraichgau in schlechter Erinnerung haben dürfte.

Çakmak war es nämlich, der beim sensationellen 4:0-Kantersieg gegen 1899 Hoffenheim als Doppeltorschütze glänzte und einen großen Anteil am Weiterkommen des deutsch-türkischen Amateurklubs hatte. Nun will er Ähnliches gegen den Zweitligisten aus München leisten, vielleicht sogar vor den Augen hoher Prominenz.

Denn der Hoffenheim-Schreck erwartet heute Abend (19 Uhr, live bei Sky) keinen Geringeren als den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan als Zuschauer. Klubpräsident Mehmet Ali Han erklärte im Vorfeld der Partie, dass man Erdoğan eingeladen habe und sein Kommen sehr begrüßen würde. „Das würde unserer ohnehin großen Motivation einen weiteren Schub verleihen. Mit ihm wollen wir das Unmögliche schaffen und in die dritte Runde einziehen.“ Inzwischen sickerte allerdings aus der Botschaft durch, dass es zu einer Terminkollision komme und der Ministerpräsident daher wohl nicht kommen werde.

Fener-Fan Erdoğan als großer Motivator?

Der türkische Premier weilt derzeit im Rahmen eines Kurzbesuches in Berlin und wird heute an der Eröffnung der neuen türkischen Botschaft teilnehmen (das DTJ berichtete). Erdoğan, der als ausgesprochener Fußballkenner gilt, drückt ansonsten dem türkischen Traditionsverein Fenerbahçe die Daumen und ist oft im Stadion, wenn „Fener“ im Istanbuler Stadtteil Kadıköy auf Punktejagd geht.

Doch nicht nur der im Raum stehende Besuch Erdoğans ist ein Thema beim BAK. Gegen die Sechziger soll zudem der Zuschauerrekord des Vereins fallen, der seit dem Hoffenheim-Spiel bei 1468 Besuchern steht. Die Marke von 5000 soll übertroffen werden. Das klingt zwar nicht weltbewegend, wäre aber für den BAK eine neue Dimension. „Es ist die beste Zeit, seit ich hier tätig bin“, sagte Präsident Mehmet Ali Han.

Auch der Coach des Remis-Spezialisten (6 Unentschieden in 9 Spielen) der Regionalliga Nordost, Jens Härtel, fiebert dem Spiel entgegen. Mit den Münchenern hat er noch eine Pokalrechnung offen. Vor acht Jahren unterlag der frühere Profi von Union Berlin und Babelsberg 03 mit dem brandenburgischen Pokalsieger Germania Schöneiche in der 1. Pokal-Runde den Sechzigern mit 1:2. „Vielleicht können wir das jetzt umdrehen“, äußert Härtel in der Hoffnung auf ein zweites BAK-Wunder.