Chinas Stahlindustrie: Wie ein Tsunami

Die türkische Stahlindustrie hat mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Zum einen sind die Preise für Stahl in den vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Zum anderen bereitet der Bürgerkrieg in Syrien sowie die instabile Lage im Irak den Unternehmen große Sorgen. 45 Prozent der türkischen Exporte gingen bislang in Länder des Nahen Ostens. Die Branche ist alarmiert. Dagegen soll China inzwischen 50 Prozent des weltweiten Bedarfs decken, sagt Namık Kemal Ekinci, Vorsitzender der türkischen Stahlexporteur Gemeinschaft (Çelik İhracatçıları Birliği). Grund dafür sollen Ekinci zufolge auch die staatliche Hilfen für die heimischen Stahlproduzenten sein.

Zudem soll das Riesenreich die Waren mit Dumpingpreisen verkaufen. Das türkische Wirtschaftsministerium habe erste Maßnahmen gegen die chinesischen Billigimporte eingeleitet. Manche Waren seien etwa mit Strafzöllen belegt worden. Zudem gebe es gegen einige chinesische Unternehmen Prozesse.

Ekinci vergleicht Chinas Vorgehen mit einem Tsunami. „Sie kommen und zerstören alles“. Wenn dann die chinesischen Unternehmen 3 bis 5 Jahre bleiben und sich dann zurückziehen, würden sie nur noch eine Ruine hinterlassen. Die Stahlproduzenten der Türkei hätten deswegen dem Wirtschaftsministerium gegenüber den Vorschlag gemacht, den Fall vor internationale Gerichte zu tragen. Die USA hätten in ähnlichen Dumping-Fällen Prozesse gegen andere Staaten geführt, so Ekinci.