Nach Gespräch zwischen Netanjahu und Putin

CIA-Chef eilt nach Israel – Russische Kriegsschiffe nach Syrien

Offiziell ging es bei dem Blitzbesuch Netanjahus am Dienstag in Moskau um russische Waffenlieferungen an Syrien. Doch nun sind russische Kriegsschiffe in Zypern und der CIA Direktor in Jerusalem eingetroffen. Muskelspiel oder Angstgebärde? (Foto: rtr)

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Der israelische Ministerpräsident Netanjahu hat am Dienstag Russland einen Blitzbesuch abgestattet und dort versucht, Präsident Wladimir Putin von der Lieferung fortgeschrittener russischer Waffen an das syrische Regime abzubringen. Bislang war über den genauen Inhalt der Gespräche lediglich bekannt geworden, dass Russland an den Waffenlieferungen festhalte. Doch die Supermächte scheinen nervös zu sein.

So ist der CIA-Direktor John Brennan überraschend zu Gesprächen in Israel über die Lage in Syrien eingetroffen. Vom Flughafen sei er am Donnerstagabend direkt zu einem Treffen mit Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon geeilt, berichtete die „Times of Israel“ am Freitag unter Berufung auf das Fernsehen. Brennan und Jaalon hätten Geheimdiensterkenntnisse über Syrien ausgetauscht, hieß es einigen Medienberichten zufolge. Auch der Atomkonflikt mit dem Iran sei angesprochen worden. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Russland hält an Waffenlieferung fest – Israel spricht Warnung aus

Jaalon habe bei dem Treffen mit Brennan bekräftigt, Israel werde die Übergabe von Chemiewaffen und anderen modernen Waffen in Syrien an die südlibanesische Schiitenmiliz Hisbollah nicht tolerieren und notfalls erneut angreifen, hieß es. Medienberichten zufolge hat Israel seit Jahresbeginn bereits dreimal Ziele in Syrien bombardiert, um nach eigenen Angaben die Übergabe solcher Waffen an die Hisbollah zu verhindern. Ob der überraschende Besuch des CIA-Direktors in Israel in Zusammenhang mit den am Dienstag geführten Gesprächen zwischen Putin und Netanjahu steht, bleibt offen.

Die Regierung in Jerusalem befürchtet zudem, dass die mögliche Lieferung russischer Flugabwehrraketen des Typs S-300 an Syrien die Lage weiter eskalieren könnte. Mit den Raketen könnten israelische Kampfjets und Marschflugkörper abgeschossen werden. Moskaus Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte jedoch, sein Land werde die Lieferverträge mit Syrien einhalten.

Kurz darauf warnte ein israelischer Regierungsvertreter einem Bericht der „New York Times“ zufolge, sein Land werde auch in Zukunft in Syrien gegen Waffentransfers vorgehen und der Machthaber Baschar al-Assad riskiere seinen Sturz, wenn er darauf mit Gegenangriffen auf Israel reagieren sollte. Zudem gibt es seit geraumer Zeit Medienberichte, Assads Verbündeter Iran wolle den Syrienkonflikt an der israelischen Grenze eskalieren. Teheran habe Assad überzeugt, auf den Golanhöhen „die Tür zum Dschihad“ gegen Israel aufzustoßen, schrieb die irankritische arabische Zeitung „Al-Hayat“.
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Russische Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer aufgebrochen

Russland verstärkt wegen der Krise in Syrien seine Flotte im östlichen Mittelmeer. Wie das zyprische Fernsehen am Freitagmorgen berichtete, liefen im zyprischen Hafen von Limassol drei russische Kriegsschiffe ein: ein Zerstörer, ein Tanker und ein Begleitschiff. Ein Offizier der zyprischen Küstenwache sagte der Nachrichtenagentur dpa, es handele sich um die „Admiral Pantelejew“ sowie die „Petschenga“ und die „Fotij Krylow“.

Die „Admiral Pantelejew“ ist ein für die U-Boot-Jagd konzipierter Zerstörer, der auch zwei Hubschrauber trägt. Die Schiffe gehören zur russischen Pazifikflotte und waren Anfang der Woche durch den Suez-Kanal gekommen. Wie lange sie in Limassol bleiben werden, war unklar. Zwei weitere russische Kriegsschiffe der Pazifikflotte bewegten sich nach Informationen aus zyprischen Militärquellen zwischen Zypern und dem syrischen Hafen Tartus. Dort unterhält Russland einen strategisch wichtigen Marinestützpunkt. (dpa/dtj)