Das Misstrauen, das die Kandil-Berge belagert

Nach Angaben des türkischen Geheimdienstes halten der aus der Türkei stammende PKK-Chef Murat Karayılan und seine Widersacher Bahoz Erdal und Duran Kalkanihre Lager in der schwer zugänglichen Gebirgswelt voneinander geheim. Die PKK-Führer haben Angst, denunziert zu werden. Bahoz Erdal wird Verrat an den „Kurden aus der Türkei“ vorgeworfen.
Hintergrund des Machtkampfs seien die erfolgreich durchgeführten Militäroperation in Hakkari, Tunceli, Şırnak, Bingöl und Bitlis, heißt es in einem Bericht von Devrim Tosunoğlu in der türkischen Tageszeitung Akşam. Mehrere PKK-Lager und Warendepots, die die Terrororganisation PKK unterhält, seien durch die Militärkampagnen einzeln entdeckt und aufgelöst worden. Schwere Verluste bei PKK-Kämpfern haben zu dem innerkurdischen Machtkampf der PKK geführt. Die Bruderkämpfe innerhalb der Organisation seien durch die ausgelieferten innerkurdischen Auseinandersetzungen mit Waffengehalt ausgelöst worden.
In der Auseinandersetzung stehen sich der aus der Türkei stammende Karayilan und der syrische Kurde Hüseyin gegenüber, der sich den Kampfnamen „Bahoz Erdal“ gegeben hat. Zuletzt soll, Fehman Hüseyin kriegerische Auseinandersetzungen mit Karayılan ausgetragen haben. Es wird weiterhin behauptet, dass der Kommandeur des bewaffneten Arms der PKK, Bahoz Erdal, Duran Kalkan, den dritten Mann innerhalb der PKK-Riege, in den Kandil-Bergen abhören ließ. Der untere Kader der PKK hält Karayılan und „Doktor Barhoz“ für das Verschwinden einiger PKK-Mitglieder in der Provinz Tunceli und auf dem Berg Cudi verantwortlich. Insbesondere die überlebenden PKK-Mitglieder äußerten ihr Mißtrauen gegenüber Bahoz Erdal.

Sie sind in den Untergrund abgetaucht – werden sie flüchten?

Wegen der Verdächtigungen gegenüber Bahozan halten sich die angeblichen Kommandanten, um sich vor einem möglichen Attentat zu schützen, in voneinander weit entfernten und zeitgleich geheim gehaltenen Höhlen auf. Duran Kalkan, Cemil Bayık, Ali Haydar Kaytan und Mustafa Karasu verweilen in der gleichen Höhle. Murat Karayılan hält sich allein auf, Bahoz Erdal und seine syrischen Anhänger verschanzen sich in einem anderen Rebellenstützpunkt. Die Höhlen befinden sich bis zu zehn Metern unter der Erde in den Kandil-Bergen.

Karayılan, Bahoz Erdal, Duran Kalkan und Ali Haydar Kaytan wird darüber hinaus der unerlaubte Besitz gefälschter Ausweise aus verschiedenen Ländern vorgeworfen. Cemil Bayık habe Asyl in Skandinavien beantragt, doch keines der Länder habe ihn akzeptiert. Laut einem Ex-PKK-Terroristen, der sich bei der türkischen Polizei gestellt hatte, würden die hochrangigen Führungsmitglieder der PKK, die sich in den Kandil-Bergen aufhalten, in letzter Zeit nicht zusammenkommen.