Demonstranten greifen deutschen Konsul an

Athen – In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki ist es am Rande eines Treffens von B端rgermeistern aus Deutschland und Griechenland zu Zusammenst旦en von Bediensteten der Kommunen mit der Polizei gekommen. Nach Augenzeugenberichten wurden Mitglieder der deutschen Delegation, darunter der Konsul Deutschlands in Thessaloniki, Wolfgang Hoelscher-Obermaier (Foto, r.)verbal und auch mit Wasserflaschen attackiert. Jeder hat das Recht zu demonstrieren, erkl辰rte Hans-Joachim Fuchtel (CDU), der Griechenland-Beauftragte von Kanzlerin Angela Merkel, dem Staatsradio zufolge.

Die Lage entspannte sich am Nachmittag. Die rund 300 Demonstranten z端ndeten eine Fahne der EU vor dem B端ro des B端rgermeisters der Hafenstadt an und gingen auseinander, wie Augenzeugen berichteten. Das Treffen im Geb辰ude 8 der Anlagen der Internationalen Ausstellung von Thessaloniki (DETH) fand normal statt.

Hintergrund der Ausschreitungen waren bevorstehende Entlassungen im Bereich des Staates und der Kommunen im von der Pleite bedrohten Land. Zudem hatte am Vortag Fuchtel in Thessaloniki – um auf die geringe Produktivit辰t in Griechenland aufmerksam zu machen – erkl辰rt, dass 1000 deutsche Arbeitnehmer die Arbeit von 3000 Griechen leisteten. Dies wurde seinen Worten nach missverstanden. Eine offizielle Erkl辰rung des Konsulats lag nicht vor.

Aufgebrachte Angestellte der Kommunen konnten das Geb辰ude, wo das Treffen stattfinden sollte, trotz starker Polizeipr辰senz erreichen. Als die Delegationsmitglieder ankamen, erhitze sich die Stimmung. Griechische Nachrichten-Internetseiten zeigten kurze Videoaufnahmen von den Ausschreitungen und den Beschimpfungen der eintreffenden Teilnehmer. Verletzt wurde nach Krankenhausangaben niemand.

Der Parlamentarische Staatssekret辰r im Arbeitsministerium Hans-Joachim Fuchtel f旦rdert die Zusammenarbeit deutscher und griechischer Kommunal- und Regionalpolitiker. Dem Netzwerk geh旦ren auch Vertreter der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft an. Durch Partnerschaften von Kommunen, Regionen, Wirtschaftskammern und Gruppen sollen auf lokaler Ebene Reformen vorangetrieben werden.(dpa)