Deutsche Sprachexperten: Muttersprachen wie Türkisch gehören in die Schule

Welche Sprache bringe ich meinem Kind zuerst bei, wenn ich türkische Wurzeln habe, aber seit Jahren in Deutschland lebe? Aber auch der Bedarf an muttersprachlichem Unterricht wird immer wieder betont. Seit Jahren wird in Deutschland darüber diskutiert, nicht nur in den Familien, sondern auch in der Politik.

Selbstverständlich befassen sich auch Sprachwissenschaftler mit dieser Frage. Experten vom Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS) haben sich nun dafür ausgesprochen, dass die zu Hause gesprochene Sprache auch in der Schule vermittelt werden soll.

In einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ haben Insa Gülzow und Manfred Krifka vom ZAS vorgeschlagen, zu Hause erworbene Fähigkeiten in der Familiensprache auszubauen und die schrift- und kultursprachlichen Aspekte der Muttersprache im Schulalltag zu vermitteln. „Wissenschaftlich bewiesen ist es längst, dass ein Mehr an Muttersprache dem Erwerb des Deutschen nicht schadet – ganz im Gegenteil, der erzwungene Gebrauch des Deutschen zu Hause beeinträchtigt den Spracherwerb“, schreiben die beiden weiter.

Zwar bedürfe es dafür an finanziellen Mitteln, um etwa Lehrkräfte auszubilden und Lehrmaterialien zu entwickeln. Sinnvoll wäre es aber, einen Schwerpunkt zu setzen und mit den großen Immigrantensprachen wie etwa Türkisch anzufangen.