Dialog ohne Hintergedanken

Vertreter von Nichtregierungsorganisationen aus 80 L辰ndern, die von t端rkischen Pers旦nlichkeiten ins Leben gerufen worden waren und durch die Gedanken des ber端hmten Islamgelehrten Fethullah G端len inspiriert sind, haben im Rahmen eines dreit辰gigen, durch die Journalisten- und Autorenvereinigung (GYV) organisierten Treffens ihre Erfahrungen im interkulturellen und interreligi旦sen Dialog ausgetauscht.

Schauplatz der Zweiten Internationalen Koexistenzkonferenz war Istanbul, neben den Vertretern der Nichtregierungsorganisationen waren auch zahlreiche Gesch辰ftsleute und Journalisten vor Ort. Die NGO-Vertreter dokumentierten ihre Aktivit辰ten f端r den interkulturellen und interreligi旦sen Dialog in ihren L辰ndern mittels Videopr辰sentationen. W辰hrend der gesamten Konferenz wurde die Wichtigkeit des Dialogprozesses mit Menschen verschiedenster Kulturen, Rassen, Sprachen und Religionen unterstrichen.

Der Pr辰sident des GYV, Mustafa Yeil, er旦ffnete das Treffen mit einer Grundsatzansprache. Darin hob er die Bedeutung des Dialogs hervor, wobei er darauf hinwies, dass dieser Begriff in der T端rkei zwar regelm辰ig gebraucht, seine Bedeutung aber nicht immer vollst辰ndig verstanden werde.

Tats辰chlich ist es doch so, dass wir derzeit eine Zeit erleben, in der wir Dialog ganz dringend n旦tig haben und nicht nur 端ber das Wort selbst sprechen sollten. Wir haben das Konzept des Dialoges nie f端r Absichten zweckentfremdet wie um jemanden zurechtzubiegen oder dazu zu 端berreden, unsere Religion anzunehmen und wir haben es nie im Rahmen irgendeiner Agenda gebraucht. betonte Yesil und sprach damit im Namen aller Vertreter der Hizmet-Bewegung, also der Gesamtheit aller, die den Grunds辰tzen des islamischen Gelehrten Fethullah G端len folgen.

Yeil wies darauf hin, dass die ffentlichkeit nunmehr seit 40 Jahren mit der Hizmet-Bewegung vertraut w辰re. Hizmet ist eine auf Bildung und Dienst am Menschen basierende Bewegung, die in unserem Land zwischen 1991 und 1992 den Durchbruch schaffte und im Jahr 2000 ihren Aufbau im Ausland in Angriff nahm. Sie betreibt Nichtregierungsorganisationen in etwa 140 L辰ndern. Die Bewegung baut auf interkulturellen Dialog und friedliches Zusammenleben auf, unterstrich Yeil.

Der UN-Koordinator in der T端rkei Shahid Najam, der ebenfalls eine Grurede zum Treffen beisteuerte, w端rdigte den GYV und begl端ckw端nschte die Vereinigung zu ihrem neu erlangten NGO-Status. Sie wird k端nftig im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) mitwirken. Die Breite des Aufgabenspektrums von globaler, regionaler und nationaler Bedeutung, in welchem sich die Vereinigung engagiert und 端ber welches sie den Dialog anst旦t, ist in der Tat beachtlich. Sie wird definitiv dem globalen Wissenstransfer, dem Ausbau guter Beziehungen und der Bildung eines Konsenses dienen. Und genau das sind die Ziele, an denen die heutige Welt arbeiten muss, um angesichts der enormen Herausforderungen, des Chaos, der Unordnung und der Spaltungen, welche die Welt heimsuchen, eine Verst辰ndigung zu erreichen.

Noch einmal unterstreichend, welche Bedeutung das Ziel der Herstellung eines globalen Dialogs im Rahmen der UN-Arbeit einnehme, sagte Najam: Das Mandat der Vereinten Nationen beruht im Wesentlichen auf drei Pfeilern: Erstens Internationaler Frieden und Sicherheit, zweitens Entwicklung und Teilhabe sowie drittens Respekt vor Menschenrechte und W端rde. Alle drei stehen in einer unaufl旦sbaren Wechselbeziehung zueinander und bilden das Herzst端ck des Themas, 端ber welches wir heute sprechen. Dies alles sind elementare Bestandteile der UN-Charta und zahlreicher Resolutionen und Deklarationen.

Najam stellte dar端ber hinaus fest, dass die T端rkei historisch ein Amalgam zwischen dem Westen und den Osten darstelle, einen Schmelztiegel der Zivilisationen, und dass sie weltweit als ein Land der Toleranz gesch辰tzt werde. Er sagte, die T端rkei g辰be Zeugnis davon, wie V旦lker durch die Jahrhunderte hindurch miteinander gelebt haben und inspiriere viele Nationen in ihrem Bem端hen, eine demokratische, ausgewogene und gerechte soziale Ordnung zu schaffen.

Weiter betonte er: Wir sollten uns stets merken, dass Toleranz befreiend wirkt; sie bedeutet nicht Indifferenz oder einfach nur Anerkennung. Sie ist ein Akt, durch den nicht nur die Verschiedenheit des anderen anerkannt wird, sondern sie bringt auch zum Ausdruck, dass der Reichtum jeder einzelner Kultur als der Reichtum aller Kulturen gew端rdigt wird. Wechselseitiger Respekt dient als moralischer Kompass, um Integration zu gew辰hrleisten. In gleicher Weise verleiht Toleranz den Individuen Kraft, befreit Gemeinschaften und stellt die Grundlage f端r wirklich friedliche Koexistenz sicher.