Skandalspiel Serbien – Albanien: Bruder des albanischen Ministerpräsidenten festgenommen

Wegen der politischen Spannungen zwischen Serben und Albanern galt das EM-Qualifikationsspiel zwischen den beiden Ländern als Partie mit hohem Sicherheitsrisiko. Doch es kam noch viel schlimmer als befürchtet: Das Spiel wurde abgebrochen und auch nicht wieder angepfiffen.

Was war passiert? In der 42. Minute tauchte über dem Stadion ein Modellflieger mit einer albanischen Fahne auf. Der beim Bundesligisten SC Freiburg spielende serbische Nationalspieler konnte die Fahne an sich reißen, woraufhin albanische Spieler auf ihn losgingen. Aufgebrachte serbische Zuschauer stürmten aufs Spielfeld und attackierten albanische Spieler, die sich in die Umkleideräume retten wollten.

Der Unparteiische unterbrach das Spiel kurz vor der Halbzeit beim Spielstand von 0:0, die Partie wurde danach auch nicht wieder angepfiffen.

Keine auswärtigen Fans – auch im Rückspiel

Nach einer Stunde Unterbrechung kehrten die serbischen Fußballer noch einmal kurz auf den Rasen zurück, um sich von ihren Fans zu verabschieden. Nach serbischen Berichten sollen sich die albanischen Spieler geweigert haben, das Match fortzusetzen. Sie hätten als Bedingung verlangt, dass alle Zuschauer das Stadion verlassen.

Auf Empfehlung der Europäischen Fußball-Union UEFA waren keine albanischen Anhänger zu dem Länderspiel angereist, hatte Albaniens Fußballverband am Montag mitgeteilt. Im Gegenzug würden auch keine serbischen Fans zum Rückspiel im nächsten Jahr nach Tirana reisen. Darauf hätten sich die nationalen Verbände geeinigt. Allerdings waren einige wenige albanische Fans privat nach Belgrad gereist.

Hinter der Aktion steckt offenbar der Bruder des albanischen Regierungschefs Edi Rama, Olsi Rama. Das berichteten serbische Medien am Mittwoch übereinstimmend unter Berufung auf die Polizei. Rama sei am Dienstagabend in der VIP-Loge des Stadions vorübergehend festgenommen worden, nachdem bei ihm die Fernsteuerung für einen Modellflieger gefunden worden sei. (dtj/dpa)