Entwicklung der Devisenkurse beruhe "nicht auf rationalen Gründen"

Erdoğan macht Druck auf Banken: Günstige Kredite sollen Lira-Verfall stoppen

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Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat türkischen Banken zur Vergabe von günstigen Krediten aufgefordert. Wer Investoren und Unternehmern nicht Zugang zu Krediten mit “niedrigem Zinssatz” verschaffe, werde es “mit der Regierung zu tun haben”, sagte er am Dienstag in Ankara.

Die Lira hatte zuletzt zunehmend an Wert verloren. Zwar erholte sich der Kurs zwischenzeitlich leicht, am Dienstag mussten für einen Dollar jedoch noch immer 3,78 türkische Lira gezahlt werden. Vor einem Jahr waren es noch rund 3 Lira. Auch gegenüber dem Euro hat die türkische Landeswährung zuletzt wieder empfindlich an Wert verloren. Bekam man vor vier Wochen noch knapp über 3,70 Lira für einen Euro, schnellte der Wechselkurs Mitte letzter Woche bis auf 4,15 Lira hoch und pegelt sich seitdem bei ungefähr 4 Lira ein. Vor einem Jahr erhielt man für einen Euro noch circa 3,30 Lira.

Obwohl eine Leitzinserhöhung der türkischen Notenbank die Lira entlasten könnte, hatte sich Erdoğan in der Vergangenheit immer wieder dagegen ausgesprochen.

Die Entwicklung der Devisenkurse beruhe “nicht auf rationalen Gründen”, sagte Erdoğan weiter. Hinter den Terroranschlägen, die das Land immer wieder erschüttern, könne man “eine wirtschaftliche Botschaft sehen”. Es gehe darum, das Wirtschaftswachstum zu verlangsamen, und die Verbraucher zu verunsichern.

Bereits vergangene Woche hatte Erdoğan gesagt, “Terroristen” versuchten mit Angriffen auf die Wirtschaft das Land zu schwächen, ohne genau zu definieren, wen oder was er damit meinte. (dpa/dtj)