Euro fällt unter 1,28 Dollar – Streit um Einführung von Eurobonds

Frankfurt/Main (dpa) – Einen Tag vor dem EU-Sondergipfel zur Euro-Schuldenkrise belastet nach Einschätzung von Experten die Sorge um einen schweren Streit wegen der diskutierten Einführung von Eurobonds die Gemeinschaftswährung. Im frühen Handel stand der Euro bei 1,2795 Dollar, nachdem er am Montagabend zeitweise noch die Marke von 1,2820 Dollar übersprang. Am Montagmittag hatte die Europäische Zentralbank
(EZB) den Referenzkurs noch auf 1,2750 (Freitag: 1,2721) Dollar festgesetzt.

«Der ungünstige Nachrichtenfluss aus der Euro-Peripherie ebbt nicht ab», klagte Devisenexperte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Zuletzt hätten schlechte Nachrichten aus Spanien die Anleger verunsichert. Die Regierung in Madrid hatte das Haushaltsdefizit für 2011 abermals nach oben korrigiert.

Nach Einschätzung von Umlauf besteht zudem in der europäischen Politik kein Konsens, welcher Weg zur Krisenbewältigung eingeschlagen werden soll. «Der Ruf nach Eurobonds wird wieder lauter», sagte der Devisenexperte. Frankreich und Italien seien dafür empfänglich, «während in Deutschland ein klares Nein zu vernehmen ist».