Fastenmonat Ramadan: Zeit der spirituellen Reflexion

Prof. Görmez, Vorsitzender für Religionsangelegenheiten in der Türkei, geht davon aus, dass der Ramadan dem Fastenden trotz des Alltagsstresses eine positive Charakteränderung ermöglichen könne. Über körperliche, seelische und geistige Reinigung könne er zu tiefgehenden Erkenntnissen gelangen. Der heilige Monat Ramadan ähnele einem jährlichen Besuch, der den Gläubigen zusätzliche Zeit verschaffe, um sich intensiver mit dem Koran zu beschäftigen und dadurch zu innerer Ruhe finden. Leider sei diese Überzeugung in den letzten Jahren verworfen worden. Vielerorts versuche man den Ramadan anstatt sich selbst zu verändern.

Für Görmez ist der Ramadan auch ein Ruhemonat für das körperliche Wohlempfinden. Der Körper könne sich während der Fastenzeit von Giftstoffen befreien. Das Entgiften könne auch dabei helfen, leichter mit dem Rauchen aufzuhören, da der Körper nach der Fastenzeit ein geringeres Verlangen nach Nikotin verspüre.

Darüber hinaus vereine das Fasten Arme und Reiche. Wohlhabende Menschen haben im Ramadan die Möglichkeit, Barmherzigkeit und Empathie gegenüber jenen Menschen zu zeigen, die oftmals Hunger leiden müssen. Prof. Dr. Görmez hebt hervor, dass die sozioökonomischen und sozialpsychologischen Faktoren des Fastens sehr wichtig sind: „Im Islam gibt es keinen Unterschied zwischen reichen und armen Menschen. Wenn während des Ramadan in den Ramadanzelten arme und reiche Bevölkerungsschichten gemeinsam auf das Fastenbrechen warten, wird das Zusammengehörigkeitsgefühl und auch die Solidarität untereinander gestärkt.” Wichtig sei, diese Solidarität auch über den Ramadan hinaus zu bewahren.

Görmez betont nachdrücklich, dass in der Fastenzeit demonstrativer und übertriebener Konsum unbedingt vermieden werden solle. Das gelte inbesondere für die Buffets und den Luxus in Fünf-Sterne-Hotels.

Übersetzt von Seher Cerit