Sicherheitswall soll Terroristen und Flüchtlinge abhalten

Grenze zu Syrien: Türkei stellt 290 Kilometer Mauer fertig

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Die Türkei hat an der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien bereits eine 290 Kilometer lange Mauer errichtet. Damit sei mehr als die Hälfte des geplanten 511 Kilometer langen Mauerabschnitts fertiggestellt, sagte Ergün Turan, der Vorsitzende der an der Errichtung beteiligten staatlichen Wohnungsbaugesellschaft Toki, nach einem Bericht des Senders TRT vom Sonntag.

Demnach erstreckt sich die Mauer über die süd- und südosttürkischen Provinzen Hatay, Kilis, Şanlıurfa, Mardin, Şırnak und Gaziantep. Die Elemente seien mobil und könnten damit an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Der drei Meter hohe Wall sei mit Stacheldraht und Wachtürmen versehen. Laut Medienberichten richtet sich die Mauer gegen Schmuggler und Menschen, die illegal über die Grenze kommen.

Die Türkei hat eine rund 911 Kilometer lange Grenze zu Syrien. In der Vergangenheit hatte Europa die türkische Regierung immer wieder für zu lasche Grenzkontrollen kritisiert. Damit hätten unter anderem Dschihadisten über die Türkei nach Syrien einreisen und sich etwa der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anschließen können, so der Vorwurf.

Inzwischen hat die türkische Armee den IS vollständig von der Grenze vertrieben. Ein Teil der syrischen Grenzregion zur Türkei wird vom türkischen Militär und verbündeten Rebellen kontrolliert, ein anderer von kurdischen Milizen. Menschenrechtler sehen den Mauerbau kritisch, weil dieser auch für Flüchtlinge ein Hindernis darstellt. Menschenrechtsorganisationen werfen der Türkei vor, bereits über 100 Flüchtlinge beim Versuch, die Türkei zu erreichen, erschossen zu haben. Die EU schweigt bisher zu den Vorwürfen. (dpa/dtj)