Größte türkische Botschaft weltweit eröffnet

Berlin – Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hat die neue Botschaft seines Landes in Berlin eröffnet. Zu der Feier kamen mehr als 1400 Gäste, darunter Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP). Auch dessen türkischer Amtskollege Ahmet Davutoğlu nahm an der Eröffnung teil. Nach fast 70 Jahren bekommt die Türkei damit wieder eine Vertretung im historischen Botschaftsviertel der Hauptstadt.

Westerwelle sprach sich in seinem Grußwort für eine weitere Annäherung zwischen der Türkei und der Europäischen Union (EU) aus. Der Stillstand in den Beitrittsverhandlungen seit zwei Jahren sei für beide Seiten nicht gut. Im kommenden Jahr solle hier ein „neuer Anfang“ gemacht werden. Die Türkei habe viele Reformen verwirklicht. „Viel bleibt zu tun, aber wichtige Etappen sind geschafft“, sagte Westerwelle.

Der Außenminister betonte die enge Partnerschaft mit Ankara auch angesichts der dramatischen Lage in Syrien. „Als Nato-Partner stehen wir Deutsche an der Seite der Türkei.“ Er lobte die Besonnenheit der türkischen Regierung und versicherte ihr die deutsche Solidarität. Über 100 000 Flüchtlinge aus Syrien haben in der Türkei Zuflucht gesucht.

Morgen wird Erdoğan mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammenkommen und über die Situation der syrischen Flüchtlinge sprechen. Erörtert werden soll, wie die Bundesregierung helfen kann, um den Flüchtlingsstrom besser zu koordinieren. Ankara möchte, dass auch Deutschland Flüchtlinge aufnimmt. Auch das Thema „PKK“ dürfte zur Agenda des Ministerpräsidenten gehören, wirft er doch Deutschland vor, nicht energisch genug gegen die terroristische Organisation vorzugehen. (dtj/dpa)