Gülen: Gewalttätige Proteste beschädigen den Ruf des Islam

Der weltweit renommierte türkische Islamgelehrte Fethullah Gülen hat in einem Beitrag, der in der Financial Times erschienen ist, die gewalttätigen Reaktionen auf den offenkundig islamfeindlichen Film als ‚falsch‘ verurteilt. Er fügte hinzu, dass solche Reaktionen das Bild des Islam beschädigen würden.

„Die gewalttätige Antwort war falsch und hat vom rechten Weg weggeführt“ urteilt Gülen in seinem Gastkommentar, der in der FT-Ausgabe vom letzten Donnerstag erschien.

Gülen schreibt darüber hinaus, dass der Film, der Muslime weltweit zu Gewalttaten provoziert habe, ein Missbrauch der Meinungsfreiheit sei. Er unterstreicht allerdings auch, dass Muslime angesichts einer solchen Provokation unbedingt die Ruhe bewahren müssten.

Gülen betont, dass Muslime angesichts von Beleidigungen des Propheten Muhammad nicht gleichgültig sein dürften, sie müssten jedoch höchste Sensibilität und Vorsicht an den Tag legen. Er hebt jedoch auch hervor, dass die gezielte Provokation von Tumulten in der muslimischen Welt nicht neu sei und die religiösen Werte bereits in der Vergangenheit verunglimpft worden wären. Gülen appelliert an die Muslime, sich nicht täuschen und verlocken zu lassen und stattdessen ihre Stimme zu erheben, um Provokationen zu verhindern. Er sagt, jegliche Beleidigung des Propheten müsse jeden Muslim zutiefst treffen: „Wie man dieser Sorge Ausdruck verleiht, ist aber eine andere Sache. Unverantwortliches Handeln durch Einzelne beschädigt das Bild des Islam und zerstört die Tradition, die man zu verteidigen beansprucht, als solche.“

Er verurteilt Selbstmordattentate sowie den Anschlag auf den US-Botschafter und Konsulatsangestellte und sagt, das willkürliche Töten von unschuldigen Zivilisten sei gleichbedeutend mit Barbarei.

Gülen fügt außerdem hinzu, dass Muslime die religiösen Werte von Christen, Juden, Buddhisten und anderen genauso respektieren müssten wie sie ihre eigene Religion und ihre Werte respektiert sehen wollten.

Er wiederholt seine Auffassung, dass Hasspredigten, die zu Gewaltakten anstiften sollen, ein Missbrauch der Meinungsfreiheit seien.