„Guter Tag“: Zentrum für islamische Theologie in Münster eröffnet

Münster/Osnabrück – Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) gab bei einer Feierstunde in der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster am Dienstag das Startsignal für das gemeinsame und länderübergreifende Projekt der beiden Universitäten.

Das Institut für Islamische Theologie (IIT) in Osnabrück und das nun eröffnete Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) in Münster bilden zusammen eines von bundesweit vier Zentren für die Ausbildung von islamischen Religionslehrern und Imamen. Die anderen Standorte sind Tübingen, Frankfurt/Gießen und Erlangen/Nürnberg. Die jeweiligen Landesregierungen unterstützen die vier Zentren, der Bund steuert rund 20 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre bei.

Die Kooperation zwischen den beiden Universitäten sieht einen Austausch bei Forschung und Lehre vor. Leistungsnachweise der Studenten werden gegenseitig anerkannt, Doktoranden gemeinsam betreut. Kongresse und große Veranstaltungen sollen gemeinsam geplant werden. In Osnabrück sind 140 Studenten eingeschrieben. In Münster haben sich für das Wintersemester 80 Studierende für das Lehramt eingeschrieben und 70 für Theologie. Für die 150 Plätze gab es über 400 Bewerbungen.

Schavan bezeichnete die Eröffnung in Münster als einen „guten Tag“: Aufklärung über Religionen sei Voraussetzung für den Dialog, sagte sie. Zu Gast in Münster waren neben den Vertretern der Universitäten und Landesregierungen auch islamische Würdenträger aus der Türkei, Ägypten und Marokko.

„Wir sind hier in Münster von der islamischen Welt nicht isoliert. So sind wir sehr stolz auf unsere Kooperationen mit der Al-Azhar-Universität in Ägypten und den engen Austausch mit der islamischen Welt“, erklärte Mouhanad Khorchide, der das ZIT in Münster leitet. Sein Partner an der Uni in Osnabrück, Bülent Uçar, verwies auf Kooperationsverträge mit der Türkei, Bosnien und Ägypten.

In Münster sind drei Professoren mit Forschung und Ausbildung beschäftigt, zwei kommen noch dazu. Osnabrück stellt, gerechnet nach Stellen, mit sieben Professoren das größte Institut in Deutschland. (dpa)