„Hilfe nie vergessen“: Juden helfen beim Wiederaufbau verbrannter Moschee

In den USA ist in diesem Jahr eine Zunahme sogenannter Hate Crimes, also Hassverbrechen, zu beobachten. Auch eine Moschee in Florida wurde kürzlich Opfer eines Anschlags. Sie brannte nach einem gelegten Feuer nahezu vollständig aus.

Das American Jewish Committee (AJC) hat nun Spenden gesammelt, um beim Wiederaufbau des muslimischen Gotteshauses zu helfen. Das berichtet das jüdische Wochenmagazin „tachles“.

Robert Silverman, der für Beziehungen zwischen Muslime und Juden zuständige AJC-Direktor, besuchte das Islamische Zentrum von Fort Pierce in Zentral-Florida, um die Spende zu übergeben. Dabei hielt er während des Morgengottesdienstes eine kurze Ansprache: „Als Juden in Europa während der Inquisition vor Jahrhunderten verfolgt worden sind, fanden sie Unterschlupf in muslimischen Ländern. Diese Flüchtlinge willkommen zu heißen, war ein Akt der Freundlichkeit, der von den Juden nie vergessen werden wird. Heute fühlt das AJC sich geehrt, auf eine kleine, symbolische Art Gegenrecht zu halten.“

Er wertete den Angriff auf die Moschee als ein Hassverbrechen, „das die ganze amerikanisch-jüdische Gemeinschaft verurteilt“.

Bei Joseph Michael Schreiber, dem mutmaßlichen Brandstifter, soll es sich um einen Juden handeln. Der 32-Jährige muss mit mindestens 30 Jahren Haft rechnen, sollte er der als Hassverbrechen eingestuften Tat für schuldig gesprochen werden. Er soll das Feuer am 15. Jahrestag der Angriffe des 11. Septembers 2001 gelegt haben. Einen Tag später fand das muslimische Eid al-Adha-Fest statt.