Israel

Israel intensiviert Kooperation mit Kasachstan

Nach einer Korruptionsaffäre im Jahre 2004 war das Verhältnis zwischen Israel und Kasachstan angespannt. Nun soll aber die Kooperation wieder aufleben. Besonders in den Bereichen Sicherheit, Landwirtschaft und Handel soll zusammen gearbeitet werden. (Foto: cihan)

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Nachdem der israelische Verteidigungsminister Mosche Yaalon und sein Gegenüber aus Kasachstan, Adilbek Dschaksbekov, zu Beginn des Jahres in Tel Aviv ein gemeinsames Sicherheitsabkommen abgeschlossen hatten, wurde nach Jahren des gegenseitigen Argwohns eine neue Ära israelisch-kasachischer Beziehungen eingeleitet.

2004, nachdem es zu Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Verkauf von israelischen Artilleriesystemen gekommen war, erreichten die gemeinsamen Verteidigungsbemühungen noch seinen diplomatischen Tiefpunkt. Schließlich musste gar der kasachische Verteidigungsminister seinen Posten räumen.

Neustart bilateraler Beziehungen

Offizielle der israelischen Rüstungsindustrie erklärten, dass dieser Fall nach der Übernahme von Soltam-Systems durch den Konkurrenten Elbit-Systems, einer der zentralen Auftragnehmer kasachischer Rüstungsnachfragen zu jener Zeit, mittlerweile aufgeklärt wurde.  Alle Verantwortlichen, die in den Korruptionsskandal verwickelt waren, sollen den Angaben nach im Laufe der Unternehmensübernahme ihrer Funktionen enthoben worden sein.

Mit Beginn des Jahres 2014 wurde allerdings ein Neustart in den Beziehungen zwischen Israel und Kasachstan eingeleitet. Die Signifikanz einer engen Kooperation zwischen den beiden, doch so unterschiedlichen, Ländern ist jedoch nicht zu verkennen. Vor allem benötigt Israel, als wichtige High-Tech-Ökonomie des Nahen Ostens, Zugang zu neuen Märkten und potenziellen Rohstoffanbietern. All diesen Anforderungen entspricht das ölreiche Kasachstan, das als neuntgrößtes Land der Welt wiederum ein großes Interesse am israelischen Know-How-Export aufweist.  

Die Kooperation soll das Handelsvolumen beflügeln

Der israelische Botschafter zu Astana, Eliyahu Tasman, erklärte in seinem Interview zu den jüngsten Entwicklungen der israelisch-kasachischen Beziehungen am Montag: „Israel wird seine Beziehungen mit Kasachstan intensivieren und das sollte sich möglichst bald entsprechend auf den gegenseitigen Handelsumsatz niederschlagen.“ Er betonte weiterhin, dass das bilaterale Handelsvolumen mit Kasachstan in den letzten Jahren immerhin einen Wert über 1,5 Milliarden Dollar erreichte.

Zudem wird erwartet, dass Vertreter des israelischen Verteidigungsministeriums an der internationalen Rüstungsmesse, der „KADEX-2014“ in Astana, in dieser Woche teilnehmen werden, wo die Unterzeichnung eines millionenschweren Rüstungsvertrages beabsichtigt wird.

Neue Kooperationen im Landwirtschaftssektor

Der Diplomat erklärte ferner, dass Israels Minister für Landwirtschaft die kasachische Hauptstadt im Juni besuchen und die Intensivierung landwirtschaftlicher und agrarischer  Kooperationsmöglichkeiten vorantreiben wird.

„Die Tagesmilchmenge je Kuh liegt in Israel bei 45 Liter“, so der Botschafter. Kasachstan, dessen Nomadenkultur von  der traditionellen Viehzucht nach wie vor stark geprägt ist, könnte mit israelischer Hilfe in kürzester Zeit eine beachtliche Produktivitätssteigerung auch auf diesem Feld hinlegen. Israel konnte dank zahlreicher Innovationen auf dem Feld der Industrie große Leistungssprünge machen. Dazu zählt sich auch die israelische Viehzucht, die eine enorme Leistungsfähigkeit aufweist.

Neben einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis des Turkvolkes angesichts der Angst vor Russland und dessen Einfluss auf die slawische Minderheit in Zentralasien geht es Präsident Nasarbajew  vor allem um die Diversifizierung der Volkswirtschaft, die nach wie vor zu sehr vom Export fossiler Ressourcen abhängig ist. Externe Schläge könnten die kasachische Wirtschaft bedrohlich hart treffen.