Israels Milit채raktion f체hrt zur Eskalation

Nach Wochen des anhaltenden Beschusses israelischer Grenzst채dte wie Ashdod, Sderot oder Beerscheba durch Raketen aus dem Gazastreifen droht nun eine weitere Eskalation der Kampfhandlungen.

Die israelische Armee hat am gestrigen Mittwoch den Oberkommandierenden der Al-Qassam-Brigaden, Ahmed Jabari, im Zuge eines gezielten Luftangriffs w채hrend einer Autofahrt get철tet. Israel macht den langj채hrigen Chef des milit채rischen Fl체gels der Hamas f체r zahlreiche Anschl채ge gegen israelische Zivilisten sowie f체r die langj채hrige Entf체hrung des im letzten Jahr freigekommenen Soldaten Gilad Shalit verantwortlich. Auch soll Jabari die Raketenangriffe auf St채dte im S체den Israels gesteuert haben.

Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Oberkommandierenden intensivierte der milit채rische Fl체gel der Hamas den Raketenbeschuss gegen Israel. Die IDF reagierte ihrerseits mit Angriffen auf Ziele im Gazastreifen. Neben Jabari sollen nach pal채stinensischen Angaben mindestens neun weitere Personen bei dem Angriff ums Leben gekommen sein. Dar체ber hinaus seien 100 Personen im Zuge der Angriffe verletzt worden.

Nach Angaben der 얣erusalem Post sollen in der Nacht zum Donnerstag 95 Raketen im S체den Israels explodiert sein. Allen Schulen im Umkreis von 40 Kilometern um den Gazastreifen wurden geschlossen, die Bev철lkerung wurde dazu aufgefordert, sich an die Anweisungen vonseiten der Armee zu halten.

Die israelischen Streitkr채fte sprechen von einer 얺reit angelegten Offensive gegen terroristische Infrastruktur in Gaza, nachdem seit Beginn des Jahres 700 Raketen auf israelischem Territorium eingeschlagen w채ren und mindestens 120 seit dem vorangegangenen Samstag.

Bev철lkerung wird durch Flugbl채tter vor weiteren Angriffen gewarnt

Die IDF geben dar체ber hinaus an, am Morgen des heutigen Donnerstags an zahlreichen Orten des Gazastreifens Flugbl채tter in arabischer Sprache abgeworfen zu haben, in denen Zivilisten dazu aufgefordert werden, sich von Personen und Einrichtungen fernzuhalten, die der Hamas zuzurechnen w채ren. Israel wirft der Hamas vor, Unbeteiligte als 엕enschliche Schutzschilder zu missbrauchen und aus propagandistischen Gr체nden bewusst zivile Opfer in Kauf zu nehmen.

In der Nacht h채tten die Einheiten etwa 20 Angriffe geflogen, wobei an die 100 Abschussbasen f체r Raketen mit mittlerer oder hoher Reichweite sowie Infrastruktureinrichtungen militanter Organisationen unter Beschuss genommen worden w채ren. Darunter seien Raketen gewesen, die das Potenzial aufgewiesen h채tten, bis zu 25 Kilometer weit auf israelisches Territorium zu gelangen. Gleichzeitig habe das Luftabwehrsystem 얢ron Dome 13 aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen abgefangen.

Pal채stinensische Einheiten drohten ihrerseits mit Vergeltung. 얛ie Besetzung hat die Tore der H철lle aufgesto횩en, wird der bewaffnete Fl체gel der Hamas zitiert. Die Gruppe 얢slamischer Djihad soll sich dahingehend ge채u횩ert haben, dass Israel 얟aza den Krieg erkl채rt h채tte und die Konsequenzen zu tragen h채tte.

Die nunmehrige Eskalation folgt auf ein Wochenende, das von verst채rktem Raketenbeschuss aus Gaza sowie dadurch hervorgerufene israelische Luftschl채ge gekennzeichnet war. Sieben Pal채stinenser sollen dabei ums Leben gekommen sein, zahlreiche Israelis verletzt.

Hamas ruft zu Vergeltung auf

Der Gesundheitsminister von Gaza, Dr. Mufeed Mkhallalati, sprach nach Angaben des US-Fernsehsenders FOX News von insgesamt zehn Toten infolge der gestrigen Luftangriffe, inklusive Jabari. Die Hamas rief f체r das Territorium Gazas den Ausnahmezustand aus und evakuierte alle Sicherheitseinrichtungen. Der Hamas-Offizielle Khalil al-Haya rief zur 얙efreiung Pal채stinas und Jerusalems auf. Einige Tausend Personen marschierten durch die Stra횩en und riefen zur Vergeltung sowie dazu auf, Tel Aviv anzugreifen.

IDF-Sprecherin Lt.Col. Avital Leibovitch gab an, der Israelische Generalstab habe infolge der verst채rkten Raketenangriffe gegen israelische Zivilisten die Er철ffnung einer Offensive genehmigt, die sich gegen Terrorziele in Gaza richten soll. Jabari h채tte 엁ine Menge Blut an den H채nden gehabt, die Milit채rf체hrung habe auch 얷ndere Ziele autorisiert.

Der Knesset-Abgeordnete Dov Hanin von der kommunistischen Chadasch verurteilte den Angriff. 얝s ist nie eine L철sung, F체hrer zu t철ten. An ihre Stelle werden andere r체cken und es wird einen neuen Kreislauf aus Feuer und Blut geben, sagte er.

Die T철tung Jabaris belastet auch die Beziehungen Israels mit dem Nachbarland 횆gypten, das durch die mit der Hamas sympathisierende Muslimbruderschaft regiert wird. 횆gypten zog in Anbetracht der Luftangriffe seinen Botschafter aus Israel ab. Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten hatten sich seit dem Sturz des Langzeitpr채sidenten Hosni Mubarak massiv verschlechtert, Mubaraks Nachfolger stellten bereits des 횜fteren den Friedensvertrag zwischen Israel und 횆gypten von 1979 in Frage. 횆gypten rief angesichts der Eskalation nach einer Sondersitzung der Au횩enminister der Arabischen Liga.

Solidarit채t mit Israel aus den USA, Kritik aus der T체rkei

Der UN-Sicherheitsrat tagte noch in der Nacht, kam aber nicht 체ber Aufrufe zum 얝nde der Gewalt hinaus. UN-Generalsekret채r Ban Ki-moon 채u횩erte 얙esorgnis angesichts des Wiederaufflammens des Konflikts.

Israel Premierminister Netanyahu gab an, noch am Mittwochabend mit US-Pr채sident Barack Obama, Vizepr채sident Joe Biden und der au횩enpolitischen Beauftragten der EU, Catherine Ashton telefoniert zu haben.

Namens der USA betonten Pr채sident Obama und Au횩enministerin Hillary Clinton das Recht Israels auf Selbstverteidigung. Das State Department hatte bereits im Vorfeld der Eskalation in einem Kommuniqu챕 den verst채rkten Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen verurteilt.

Das t체rkische Au횩enministerium verurteilte seinerseits die Angriffe, rief Israel auf, diese zu beenden und warf dem Land eine 얷ggressive Politik vor. Dabei verwies ein Sprecher des Au횩enministeriums auf die zivilen Opfer der Angriffe.