Kunstgegenstände aus Istanbul, Damaskus, und Konya

Istanbul: Museum für türkische und islamische Kunst wiedereröffnet

Nach zwei Jahren Restaurierungsarbeiten eröffnet das Istanbuler Museum für türkische und islamische Kunst. Die Einzelstücke werden nach den einzelnen Hauptstädten ausgestellt. Darunter befinden sich zahlreiche Highlights. (Foto: cihan)

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Das Museum für türkische und islamische Kunst in Istanbul wurde nach zwei Jahren Restaurierungsarbeiten wieder eröffnet. Es befindet sich innerhalb eines Steingebäudes, das an sich selbst schon ein historisches Monument darstellt, was auf die Zeit des Osmanischen Reiches zurückgeht.

Wann es genau gebaut wurde, ist nicht bekannt. Es ist allerdings bekannt, dass es lange vor 1520, dem Jahr, indem die Reparaturarbeiten stattfanden, bereits stand. Was allerdings sicher ist, ist das 1521 Sultan Süleyman der Prächtige das Gebäude seinem Freund und späterem Schwiegersohn Ibrahim Pasa schenkte, der zu einem seiner Großwesire wurde. 1930 fanden dort die Beschneidungsfeiern der drei Söhne des Sultans statt, die er von seinem Fenster aus beobachtete, von dem man aus zum Hippodrom schauen konnte.

In der Zeremoniehalle dieses Gebäudes entstand 1983 das heutige Museum, das sich einst in einem der Medrese des Süleymaniye Cami befand.

Islamische Kunstgegenstände aus Istanbul, Damaskus, und Konya

Heute findet man in dem Museum eine beeindruckende Kollektion an Gegenständen wieder, die nicht nur aus der Türkei stammen, sondern aus allen Teilen der islamischen Welt. Sie werden chronologisch nach ihren Hauptstädten ausgestellt.

Neu am Museum ist ein Raum, indem die Kollektion der Damaskus-Dokumente ausgestellt sind. Eine Schatztruhe mit Seiten aus dem Koran aus dem 19.Jahrhundert, das 1917 aus der Ummayad Moschee in Damaskus hierhergebracht wurde.

Ein Highlight des Museums bildet das Tor der Ulu Cami in Cizre aus dem 13. Jahrhundert. Dieses großartige Tor mit zwei Flügeln mit einem Holzrahmen. Bei den Drehknöpfen handelte es sich um Löwenköpfe. Leider wurde einer dieser Knöpfe 1966 gestohlen und befindet sich nun in der David Kollektion in Kopenhagen. Der Designer dieser Tür war ein Ingenieur aus Cizre namens Al-Jazari (1136-1206), der am Hof des Artukidensultans Nureddin Muhammed Kara Aslan arbeitete und ein Buch mit dem Titel „Automata“ schrieb, in dem er seine vielen genialen Erfindungen vorstellt.

Die Teppiche sind das ganze Stolz des Museums und einige der feinsten Reliquien der Kunst, einschließlich mit Stücken aus Konya, die aus dem 13. Jahrhundert stammen. Sie sind in der großen Halle ausgestellt. Von der Terrasse des Museums erhalten sie außerdem einen spektakulären Blick auf die Sultanahmet Moschee (Blaue Moschee).