Istanbuler Aktienmarkt seit Jahresbeginn mit 40% Zuwachs

Der Kapitalmarktbericht zu den globalen Emerging Markets der wichtigsten österreichischen Asset-Managers, Raiffeisen Capital Management, hat der türkischen Wirtschaft trotz der leichten Abschwächungstendenzen ein im Vergleich zur gesamten Region „positives makroökonomisches Bild“ bescheinigt.

Wie der Börsendienst „BoerseGo.de“ berichtet, geht Raiffeisen davon aus, dass die seit einigen Monaten rückläufigen Wachstumsraten bei Konsumentenkrediten schon bald wieder anziehen dürften. Die Prognose der Notenbank für die jährliche Inflation am Jahresende 2012 sei von 6,2 auf 7,4 Prozent angehoben worden. Hintergrund dafür wären allerdings vorwiegend höhere Steuern und staatlich festgesetzte Preise. Dies lasse Spielraum für weiter sinkende Zinsen offen und mache die Inflation zu einem kalkulierbaren Risiko. Die Zentralbank habe dementsprechend die obere Schwelle ihres Zinskorridors gesenkt, den sie derzeit für die Steuerung der Geldpolitik verwendet.

Die Anhebung türkischer Fremdwährungsanleihen auf Investment-Grade-Niveau Anfang November durch die Ratingagentur Fitch (DTJ berichtete) tat ein Übriges, um diesen positiven Ausblick zu verstärken. Immerhin wurde dieser Schritt vor allem mit einer stabilen Fiskalsituation, einer recht ausgewogenen Volkswirtschaft und der Verringerung des hohen Leistungsbilanzdefizits begründet, so die Analyse. „Die Aussicht auf weitere Kapitalzuflüsse beflügelte die Lira sowie türkische Anleihen. Der Aktienmarkt in Istanbul legte um fast zehn Prozent zu und übersprang erstmals die Marke von 70.000 Punkten. Seit Jahresbeginn ist er damit bereits um rund 40 Prozent gestiegen“, heißt es weiter im Kapitalmarktbericht von Raiffeisen Capital Management.

Gute Performance von Türkei-Fonds

Darüber hinaus hat auch eine Plattform für Finanzdienstleister hat auf ihrem Fondsblog die Performance einiger Fondstitel analysiert, die sich auf Investments in der Türkei spezialisiert hatten. Einige davon schafften es sogar, den MSCI Turkey als Vergleichsindex zu schlagen, wobei durchwegs solche Anlageprodukte am besten abgeschnitten hatten, die eine hohe Gewichtung von türkischen Banken und Finanzhäusern mit einem diversifizierten Restportfolio aus Industrie-, Telekommunikations- und Rohstofftiteln verbunden hätten.

Allerdings konnten auch Manager von Türkei-Fonds Erfolge verbuchen, die einen Stockpicking-Ansatz mit konzentrierten Portfolios aus zwischen 20 und 50 Einzeltiteln verfolgt hatten, sofern diese eine klare langfristige Strategie aufwiesen und aktiv gemanagt wurden.
Jedenfalls scheint die Türkei auch für Geldanleger einen Markt mit Zukunftspotenzial darzustellen und deshalb noch stärker als bisher ins Rampenlicht internationaler Finanzhäuser zu gelangen.