Bei Projekt Schülerkongress arbeiten Schüler aus ganz Deutschland gemeinsam an Themen, erarbeiten dazu Projekte und vertreten bei ihrer Zusammenkunft in Berlin dann ihre Standpunkte. Ein wichtiger Beitrag zur Demokratie.
Bei Projekt Schülerkongress arbeiten Schüler aus ganz Deutschland gemeinsam an Themen, erarbeiten dazu Projekte und vertreten bei ihrer Zusammenkunft in Berlin dann ihre Standpunkte. Ein wichtiger Beitrag zur Demokratie.
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TÜDESB ist der größte Bildungsträger in Deutschland, der von Deutsch-Türken gegründet wurde. Seit einigen Jahren arbeitet der Verein an einem neuen Projekt, dem Schülerkongress. Bei diesem Projekt arbeiten Schüler aus ganz Deutschland gemeinsam an Themen, erarbeiten dazu Projekte und vertreten bei ihrer Zusammenkunft in Berlin dann ihre Standpunkte. Gleichzeitig üben sie sich darin, wie zu argumentieren, um seine Zuhörer zu überzeugen. Kurz gesagt: Sie üben sich in den Fähigkeiten der großen Politik und bekommen einen Einblick,  wie Politiker ticken.

Der Schülerkongress wurde am 26. Juni 2015 zum dritten Mal im Berliner Abgeordneten-Haus veranstaltet. Über 130 Schüler aus 12 Bundesländern waren diesmal dabei. Die diesjährigen Themen waren „Konsum 2.0: Immer das Neueste, immer chic und billig- Haben Schülerinnen und Schüler von heute kein Umweltbewusstsein?“ und „Von Ossis, Wessis und Migranten 25 Jahre nach der Wiedervereinigung – Wie kann Schule zu Akzeptanz und Toleranz beitragen?“.

Schülerkongress in Brüssel?

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Also Projekte, deren Bedeutung weit über die Grenzen von Berlin hinaus? Sollte der Kongress in den kommenden Jahren vielleicht nicht im Berliner Abgeordneten Haus, sondern im Bundestag stattfinden?  Ja, sogar in Brüssel bei der EU oder gar in New York bei der UNO, wo Schüler aus der ganzen Welt auf Englisch über die Probleme der Welt debattieren?

Hätte, könnte, müsste, sollte…

Das alles ist denkbar – vielleicht werden die Veranstalter das Projekt in den kommenden Jahren weiterentwickeln und internationalisieren. Aber darauf kommt es um ehrlich zu sein nicht in erster Linie an. Demokratie findet nicht nur an der Spitze statt. Im Gegenteil – Demokratie ist eigentlich ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, der vor allem an der Basis stattfindet oder zumindest dort stattfinden sollte. Demokratie geht von den Bürgern aus und betrifft uns alle – egal ob jung oder alt. Demokratie ist zu wichtig, als das man sie den Politikern an der Spitze überlässt. In einer funktionierenden Demokratie sieht die große Politik ihre Aufgabe darin, von den Bürgern zu lernen und sich an ihren Bedürfnissen zu orientieren. So waren bei dem Schülerkongress auch Landespolitiker zu Gast.

Bedeutung für die Politik

Unter von ihnen war İlkin Özışık, Bildungspolitischer Sprecher der SPD im Berliner Senat. Er sieht die Bedeutung des Schülerkongresses in der Einübung praktischer Demokratie und im Reinschnuppern in die Debattenkultur.

Özışık, der den Schülerkongress seit seinen ersten Tagen begleitet und unterstützt hat, stellte an diesem Tag fest: „Die Volksparteien verlieren Mitgliedern. Wenn es so weiter geht, könnte ihr Charakter als Volksparteien in Gefahr geraten. Das wäre eine Bedrohung für die Demokratie. Wenn die Bürger – Hauptstütze der Demokratie – den alten Parteien den Rücken kehren und sich neu gegründeten populistischen Bewegungen hinwenden, könnte am Ende auch die Demokratie Schaden nehmen. Daher bräuchte man eine „Politisierung der Schüler, sowie mehr Interesse und Engagement für die wichtigen Gegenwartsthemen der Politik.

Özışık bildet neben Stefanie Remlinger (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) den Beirat des Projektes.

Eine Idee, deren Zeit gekommen ist

Der französischer Schriftsteller Victor Hugo soll gesagt haben: „Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ In diesem Sinne: Die Frage nach dem Veranstaltungsort des Schülerkongresses – ob im Berliner Landtag oder im Bundestag –  ist nicht die Kernfrage.

Wenn der Schülerkongress Begeisterung für die Demokratie, Interesse an gesellschaftlichen und politischen Fragen und Debattenkultur weckt und so deutlich macht, dass das Wohlergehen der Gesellschaft nicht nur Politiker, sondern uns alle etwas angeht – dann wird er seinen Weg finden.

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