Kebab

USA: Uigure will den Döner an den Mann bringen – mit einem Fastfood-LKW

Ein umtriebiger Uigure hat sich über eine Variante von Kebab ganz eigene Gedanken gemacht und wie sie den Amerikanern an der Ostküste am besten zu vermitteln wäre. Um seine Geschäftsidee zu verbreiten, setzt er ganz auf Mobilität. (Foto: dha)

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Der Fastfood-LKW „Uygur Kitchen“ ist eine Idee des Musikers Payzullah Polat, eines Berufsmusikers, der zurzeit Musikproduktion und Tontechnik an der Berklee School of Music in Boston studiert. Nach Angaben von eurasianet stammt Payzullah ursprünglich aus der uigurischen Hauptstadt Ürümqi. Er plane nun die letzten Details für seine bahnbrechende Unternehmung.

Als Student in Los Angeles während der 80er-Jahre aß er regelmäßig zu Mittag an einem Fast-Food-Wagen, der vor seiner Uni parkte. Sie boten köstlichen Döner Kebab an, den er mehrmals pro Woche probierte. Er wurde ein ausgesprochener Fan dieses Ladens und stellte sich mit der Zeit vor, wie es wäre, selbst mit einer ähnlichen Geschäftsidee auf den Markt zu gehen – einem mobilen uigurischen Imbissverkauf. Die Kebabs seien nach guter Vorbereitung einfach vor Ort herstellbar und die Kunden könnten sie gleich vor dem LKW konsumieren oder mitnehmen. Ein anderer guter Grund, sich auf diese Weise selbständig zu machen, seien die relativ niedrigen Kosten und die Mobilität, durch die man mehr Kunden erreichen könne.

Alternative Kebab als Schaschlik oder Wrap

Denn in Boston und ganz New England gebe es zurzeit keine uigurische Küche, die entsprechende Gerichte anbieten würde. Aber ein Markt sei vorhanden, davon ist Payzullah überzeugt, sind doch in den vergangenen Jahrzehnten tausende Landsleute aus der uigurischen Heimat geflohen und haben in den USA Asyl gefunden. Und er glaubt ganz fest, dass die Bostoner seine Idee annehmen werden. Gegrillter Kebab als Schaschlik am Spieß oder als Wrap gehören zu den schmackhaftesten Gerichten überhaupt und dies erkenne man eben auch zunehmend in den USA. Der mit speziellen Gewürzen hergestellte uigurische Kebab ist bereits sehr beliebt unter Studenten und auf Partys, wie sie überall in den Gärten und Höfen der Stadt gefeiert werden.

Neue Heimat – neue Perspektiven

Der Musiker hatte mehr als ein Jahr in einem ähnlichen Imbiss gearbeitet und sich dabei seine eigenen Gedanken darüber gemacht, wie er das kulinarische Angebot in seiner Stadt bereichern könne. Außerdem ist es ihm auch wichtig, ein Stück Heimat um sich zu haben, in der er sich ein wenig wie damals zu Hause fühlen kann. Für Mr. Polat ist der mobile Imbiss aber nur der Einstieg. Wenn das Geschäft läuft, möchte er ein Restaurant eröffnen, in dem er noch mehr an uigurischem Feeling verbreiten kann. Und das hat mit gutem Essen schon immer gut geklappt.