Kölner Kleinunternehmen konkurriert mit der Deutschen Bahn

Bereits vor einigen Jahren hatten Uwe Kriescher und sein Sohn Boris diese Verbindung als Mitfahrgelegenheit angeboten, mussten aber nach einer Klage der Bahn die Fahrten einstellen. Mit einem neuen Antrag, der die Fahrt als Linienverkehr auswies, hatte das Familienunternehmen, das seinen Sitz in Overath in der Nähe von Köln hat, nun Erfolg. Ausschlaggebend war der deutlich günstigere Fahrpreis. „Bei der Bahn kostet das günstigste Ticket 19 Euro. Das muss man allerdings 80 Tage im Voraus kaufen. Damit ist es aber immer noch 90 % teurer als unser Fahrschein“, erklärt Boris Kriescher.

Hintergrund des fünf Jahre währenden Prozesses war das aus dem Jahr 1934 stammende Personenbeförderungsgesetz, auf das sich die DB im Verfahren berufen hatte. Demnach ist die Bahn vor unerwünschter Konkurrenz geschützt. Doch beinhaltet dieses Gesetz für den Fall, das ein Unternehmen „deutliche Verbesserungen für die Reisenden“ schafft, eine Ausnahmeregelung. Das Gericht sah diese Bedingung in dem deutlichen Fahrpreisunterschied erfüllt. Nun befürchtet die Bahn, dass sie ihr Monopol verlieren könnte, auch wenn es bisher nur sehr wenige Fernbuslinien in Deutschland gibt. Das könnte sich mit diesem Gerichtsentschluss bald ändern.

Die Krieschers wird das in diesen Tagen wohl weniger interessieren. Doch auch wenn die Strecke für sie kein Neuland ist, so bedeutet das gewonnene Verfahren einen Neustart für das Familienunternehmen, wie Boris Kriescher feststellt: „Die Lebensumstände der Kunden, die damals mit uns gefahren sind, haben sich geändert. Wir müssen die Werbetrommel wieder neu rühren, um Kunden zu gewinnen.“ Ihre Busse fahren freitags und sonntags vom Kölner zum Frankfurter Hauptbahnhof. Die Abfahrt in Köln ist immer um 14 Uhr. Die Fahrten ab Frankfurt finden im Anschluss um jeweils 18 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Unter www.sprint-bus.de können sich Interessierte über weitere Details informieren.
Mustafa Görkem