Kampf gegen den IS im Irak

Kurdische Autonomieregierung: PKK zieht Kämpfer aus Sindschar ab

Nach langem Streit hat sich sie kurdische Autonomieregierung mit der PKK auf einen Abzug der PKK-Kämpfer aus Sindschar geeinigt. Unterdessen hat die türkische Armee Zahlen zu ihrer Operation im Nachbarland veröffentlicht.

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Die Kurden im Nordirak haben sich mit der PKK auf einen Abzug der PKK-Kämpfer aus der Sindschar-Region geeinigt. Es habe dazu von der PKK-Führung eine “positive Antwort” gegeben, erklärte der Sprecher der kurdischen Autonomieregierung, Safin Disaji, in Erbil. Der Gouverneur von Sindschar, Mahma Khalil, sagte am Freitag, der Abzug sei notwendig, weil die Kämpfer für die Bewohner der Region zu einer Belastung geworden seien.

Die Region um das Sindschar-Gebirge im Nordwesten des Iraks ist eine Hochburg der religiösen Minderheit der Jesiden. Das Gebiet war im Sommer 2014 von Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) überrannt worden. PKK-Kämpfer unterstützten damals nach jesidischen Angaben die Angehörigen der religiösen Minderheit bei der Flucht.

Die Präsenz der Terrororganisation PKK in der Sindschar-Region stößt jedoch auf Widerstand der Türkei, mit der die kurdische Autonomieregion gute Beziehungen pflegt. Unter anderem wegen der PKK-Kämpfer im Nordirak will die Türkei ihre dort stationierten Soldaten nicht abziehen, obwohl die Zentralregierung in Bagdad dies seit langem verlangt. Türkische Jets fliegen immer wieder Angriffe gegen PKK-Stellungen im Nordirak, unter anderem gegen das Hauptquartier in den Kandil-Bergen nahe der Grenze zum Iran.

TSK: Mehr als 1300 IS-Terroristen in Syrien getötet

Unterdessen haben die Türkischen Streitkräfte (TSK) zahlen zu ihrem Einsatz im Nachbarland Syrien veröffentlicht. Seit ihrem Einmarsch in Nordsyrien im August haben türkische Truppen und von ihnen unterstützte sunnitische Rebellen nach Armeeangaben mehr als 1300 IS-Kämpfer getötet. 1362 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) seien getötet, 168 verwundet und sechs gefangen genommen worden, teilte der Generalstab in Ankara nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansı (AA) am Freitag mit. Soldaten und Rebellen hätten außerdem 291 Kämpfer der Kurden-Miliz YPG getötet und vier verwundet. Elf weitere hätten sich ergeben.

Die Türkei hatte im August eine Bodenoffensive in Syrien begonnen, mit der sie Rebellen unterstützt und die kurdische Miliz YPG bekämpft. Den Verbündeten ist es im Zuge der Operation “Schutzschild Euphrat” gelungen, den IS von der türkisch-syrischen Grenze zu verdrängen. Seit vergangenem Monat laufen schwere Gefechte mit dem IS um die Stadt Al-Bab, die unter der Kontrolle der Terrormiliz steht. (dpa/ dtj)