Lehrergewalt in der „Integrationsschule“

Beim Besuch eines Wiener Gymnasiums mit dem österreichischen Außenminister Michael Spindelegger schien alles nach Plan zu verlaufen. Bis ein türkischstämmiger Schüler sich außerhalb der Schule bei Ahmet Davutoglu, dem türkischen Außenminister, über Misshandlungen gegenüber türkischen Schülern beklagte. Er behauptete, die Lehrer an der Schule misshandeln vor allem die türkischen Schüler. Ein Lehrer hätte ihm sogar eine Faust ins Gesicht geschlagen. „Ist das dein Ernst?“, fragte Davutoglu schockiert. Er bedankte sich bei dem Schüler auf Grund seines Mutes und versprach ihm darüber mit dem österreichischen Außenminister und dem Integrationssekretär zu sprechen. Eigentlich sollte die Schule als ein Favorit mit ihren vielen türkischen Schülern und als ein Beweis für die gelungene Integration dienen.

Der Besuch des türkischen Außenminister war aber für die türkischen Schüler sowohl ungewöhnlich als auch ein Grund zur Freude. „Wir lieben dich“, schrien ein paar Jugendliche auf Türkisch. Er unterhielt sich mit ihnen, fragte sie nach ihren Noten. Er sprach auch mit österreichischen Schülern und fragte sie, ob sie ein wenig Türkisch können.

Das war gleichzeitig eine Botschaft an die österreichische Regierung. Er setzte sich nicht nur dafür ein, dass die türkischen Schüler in Österreich neben Deutsch die türkische Sprache beherrschen. Er fände es auch gut, dass Kinder in Österreich, die nicht türkischer Herkunft sind, auch Türkisch können. Sprachkompetenz bei Kindern zu fördern sei eine Investition. Ohne Multikulturalität sei eine moderne Welt nicht möglich, betonte Davutoglu.
Der EU-Beitritt der Türkei und die Visa-Erleichterung für türkische Staatsbürger waren ebenfalls wichtige Themen die Davutoglu bei seinem Besuch in Österreich besprach.