Milliardenverluste drohen

Libyen: Türkische Unternehmen von Ausschreibungen ausgeschlossen

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Für türkische Unternehmen sieht es in Libyen nicht gut aus. Die Regierung von Ministerpräsident Abdullah Thenni will in Zukunft türkische Unternehmen von öffentlichen Ausschreibungen ausnehmen. Zuvor wurde Ankara vorgeworfen, es habe mit aufständischen Gruppen verhandelt. Bis zum Sturz des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 hatten türkische Bauunternehmen Bauprojekte in Milliardenhöhe verwirklicht.

Seither versinkt das Land im Chaos. Der Westen des Landes und die Hauptstadt Tripolis wird von Aufständischen kontrolliert. Die Regierung musste nach den Wahlen im Juni vergangenen Jahres in die Stadt Tobruk ausweichen, weil es unter den verfeindeten Gruppen zu Auseinandersetzungen kam.

Angesichts der eskalierenden Gewalt in Libyen hatte Turkish Airlines Anfang Januar als letzte ausländische Passagierfluglinie die Flüge in das nordafrikanische Land eingestellt. Die Verbindung zur letzten Destination Misrata sei „bis auf weiteres“ ausgesetzt worden, teilte die türkische Fluggesellschaft damals mit.

Auch die Terrormiliz IS fasst in den letzten Wochen in Libyen Fuß. Mit der Ermordung von 21 aus Ägypten stammenden Kopten sorgte er im Februar für Aufsehen.