Marokko schließt alle Schulen der Gülen-Bewegung

Marokko schließt alle Schulen der Gülen-Bewegung im Land. Ermittlungen hätten ergeben, dass die „Mohammed Al-Fatih“-Schulen, die der Gülen-Bewegung zugerechnet wird, aus dem Schulwesen ein „fruchtbares Feld für die Verbreitung der Ideologie dieser Gruppe“ gemacht hätten, erklärte das marokkanische Innenministerium am späten Donnerstagabend. Diese seien „unvereinbar mit den Prinzipien von Marokkos Erziehungs- und Glaubenssystem.“ Die Schulen würden deshalb innerhalb eines Monats geschlossen werden und die Schüler auf andere Schulen verteilt.

Die Türkei macht den in den USA lebenden Prediger Gülen für den Putschversuch im vergangenen Juli verantwortlich und fordert dessen Auslieferung. Gülen weist den Vorwurf zurück und beruft sich darauf, dass die türkische Regierung bisher keine Beweise für ihre Behauptungen habe vorlegen können.

Die Gülen-Bewegung betreibt weltweit Bildungs- und Dialogeinrichtungen. Im August, einen Monat nach dem gescheiterten Putsch, hatte die türkische Regierung eine Delegation nach Marokko entsandt, um eine Schließung von Gülen-nahen Einrichtungen in dem nordafrikanischen Land zu erwirken. Das war offensichtlich erfolgreich. Die Anschuldigungen, einer der Leiter der marokkanischen Gülen-Schulen sei Teil der sogenannten „Parallelstruktur“, wurde jedoch zurückgewiesen.

Betroffen von der Schließung in Marokko sind sieben Schulen in den Städten Rabat, Fes, Casablanca, Tanger und Tetouan mit rund 2500 Schülern. Das Innenministerium in Rabat erklärte weiter, die Verantwortlichen der Einrichtungen hätten Mahnungen ignoriert, den gesetzlichen Erfordernissen und Bildungsplänen nachzukommen. Die Gülen-Bewegung war seit 1993 in Marokko aktiv.