Mazyek ohne Gegenstimme zum Vorstandsvorsitzenden wiedergewählt

Insgesamt verlief die Vollversammlung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) harmonisch und am Ende wurde der Vorstand im Zuge der Wahl im Wesentlichen unverändert bestätigt. Lediglich der Dinslakener Integrationsratsmitarbeiter Yakub Tufan gab nach vierjähriger Tätigkeit seinen Vorstandposten ab. Als neue Vorstandsmitglieder wurden Mahmud Askar und Dr. Houaida Taraji bestimmt. ATIB-Generalsekretär Askar war bereits vor 2008 einige Jahre im Vorstand und die Frauenärztin Taranji ist seit zwei Jahren Frauenbeauftragte des ZMD.

Mazyek sagte bezüglich der Aufgaben des ZMD: „Wichtig ist jetzt, dass der Aufbau nach Innen weiter oberste Priorität einnimmt. Denn nur ein starker ZMD kann die Einheit des Islam in Deutschland vorantreiben.“ Außerdem solle nach Angaben Mazyeks die vertrauensvolle Zusammenarbeit des ZMD mit Politik und Gesellschaft in Bund und Länder weiter ausgebaut werden.

ZMD einer der bedeutendsten deutschen Islamverbände

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. (ZMD) ist neben der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB), dem Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. und dem Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland e.V. Mitgliedsverband im Koordinationsrat der Muslime (KRM) und gilt als einer der wichtigsten islamischen Dachverbände in Deutschland.

Im Unterschied zu den türkisch dominierten übrigen Verbänden innerhalb des KRM organisiert der 15.000-20.000 Mitglieder starke ZMD vor allem Organisationen arabischer, deutscher und multiethnischer Herkunft.

Die wachsende Bedeutung des ZMD in der Öffentlichkeit gründet sich zum einen auf die Tatsache, dass er sich nach eigener Definition als Diskussions- und Handlungsebene seiner Mitglieder versteht und die Aufgabe eines Dialog- und Ansprechpartners für den deutschen Staat, die Verwaltung und die anderen Gruppen der Gesellschaft wahrnimmt.

Zum anderen gilt der ZMD-Vorsitzende Mazyek als außerordentlich versiert im Umgang mit Medien. Er versteht es, komplexe Sachverhalte auch vor laufenden Kameras rasch auf den Punkt zu bringen und auf hohem Niveau zu argumentieren. Er bringt auf diese Weise immer wieder erfolgreich Anliegen der muslimischen Community in Deutschland in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Gerade diese Fähigkeiten dürften auch dazu beigetragen haben, dass Aiman Mazyek islamophoben Kräften in Deutschland als Feindbild Nummer 1 gilt, noch weit vor dem Salafistenprediger Pierre Vogel.

Koordinationsrat noch ineffizient

Vereinzelt wurde in der Vergangenheit innerhalb der muslimischen Community jedoch auch Kritik dahingehend laut, dass Mazyek seine Position als Vorsitzender des KRM (er leitete den Dachverband namens des ZMD turnusmäßig von April bis September 2011) nicht in ausreichendem Ausmaß genutzt hätte, um zu erreichen, dass dort, wo Staatsverträge mit einzelnen Ländern islamischen Religionsunterricht an Schulen vorsehen, dieser auch als bekennender Unterricht ausgestaltet würde und die Islamverbände dessen Inhalt bestimmen.

Die Regierung wünscht sich einen Ansprechpartner hinsichtlich dieses Themas und der KRM würde dafür zur Verfügung stehen. Viele Muslime in Deutschland sind der Auffassung, dass der KRM noch stärker auftreten und sein Einflusspotenzial in der Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen noch stärker zur Geltung bringen sollte.