Merkel besucht krisengeschütteltes Griechenland

Bei der ersten Athen-Reise der deutschen Regierungschefin seit Beginn der Euro-Krise sind am Dienstag Gespräche mit Regierungschef Antonis Samaras und Staatspräsident Karolos Papoulias geplant. Zudem will Merkel mit griechischen und deutschen Unternehmern zusammenkommen.

Für den eintägigen Besuch sind in der griechischen Hauptstadt massive Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, mehrere Tausend Polizisten sollen im Einsatz sein. In der Vergangenheit hatte es am Rande von Protestkundgebungen regelmäßig Ausschreitungen gegeben. Opposition und Gewerkschaften haben zu Massenprotesten gegen die Sparauflagen aufgerufen, die das Land für internationale Hilfen umsetzen soll.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete zudem, dass die internationalen Geldgeber den Druck auf Griechenland erhöhen würden. Sie hätten dem verschuldeten Staat ein Ultimatum von nur zehn Tagen gesetzt, um die im März zugesagten Reformen und Sparmaßnahmen umzusetzen, sagte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker nach Beratungen der Euro-Finanzminister in Luxemburg. Dies sei nötig, bevor die nächste Kredittranche freigegeben werden könne. Griechenland müsse „klar und glaubwürdig seinen starken Willen zur kompletten Umsetzung des Programms demonstrieren“, sagte Juncker.

Diese schlechten Nachrichten dürften in Griechenland für weiteren Unmut sorgen und die Stimmung auf den Straßen Athens weiter anheizen. (dpa/dtj)