Mikrozensus: Zahl der Migranten in Deutschland steigend

Der Mikrozensus fĂŒr das Jahr 2011 des Statistischen Bundesamtes (Destatis) analysierte sowohl die Herkunft, das Bildungsniveau und die ErwerbstĂ€tigkeit der Bevölkerung. Definiert wird die Gruppe der in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund mit „alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen AuslĂ€nder und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als AuslĂ€nder in Deutschland geborenen Elternteil“. Aus dem Bericht geht hervor, dass insgesamt 1,4 Prozent mehr Menschen mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik leben als noch im Jahr 2010.

GefÀlle in Bereichen der Bildung und BeschÀftigung

Personen mit Migrationshintergrund unterscheiden sich auch weiterhin deutlich hinsichtlich der Bildungsbeteiligung von jenen ohne Migrationshintergrund; 14,1% haben keinen allgemeinen Schulabschluss und 40,6% keinen berufsqualifizierenden Abschluss (Personen ohne Migrationshintergrund: 1,8% bzw. 15,9%), wobei in allen FĂ€llen die sich noch in schulischer und beruflicher Ausbildung Befindenden unberĂŒcksichtigt bleiben.

Auch wird deutlich, dass in Deutschland immer noch ein GefĂ€lle bei der BeschĂ€ftigung besteht. Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 65 Jahren sind etwa doppelt so hĂ€ufig erwerbslos als jene ohne (9,3% gegenĂŒber 4,9% aller Erwerbspersonen) oder gehen ausschließlich einer geringfĂŒgigen BeschĂ€ftigung nach, z.B. einem Minijob (12,7% gegenĂŒber 8,6% aller ErwerbstĂ€tigen).

Auch gibt der Bericht Aufschluss ĂŒber die sozialen Schichten, denen die Bevölkerung mit Migrationshintergrund angehört. So sind ErwerbstĂ€tige mit Migrationshintergrund fast doppelt so hĂ€ufig als Arbeiterinnen und Arbeiter tĂ€tig als ErwerbstĂ€tige ohne Migrationshintergrund (38,8% gegenĂŒber 21,2%). Angestellte und Beamte sind unter ihnen entsprechend seltener. ErwerbstĂ€tige mit Migrationshintergrund gehen ihrer TĂ€tigkeit vor allem im produzierenden Gewerbe, im Handel und Gastgewerbe nach. Hier sind zusammen 62,4% aller Menschen mit, aber nur 51,5% der Menschen ohne Migrationshintergrund tĂ€tig.

Die grĂ¶ĂŸte Gruppe der Bevölkerung mit Migrationshintergrund stellen mit 18,5% die tĂŒrkischstĂ€mmigen Migranten dar, gefolgt von den aus Polen und der Russischen Föderation stammenden Migranten. Kasachstan ist mit 5,8% das einzige wichtige nicht-europĂ€ische Herkunftsland. 2011 betrug die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund im engeren Sinn in Deutschland 16,0 Mio. – 216 000 Personen mehr als 2010.

Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist in der Folge von 19,3% auf 19,5% leicht angestiegen. Davon machen AuslÀnderinnen und AuslÀnder mit 7,2 Mio. oder 8,8% der Bevölkerung weniger als die HÀlfte aller Personen mit Migrationshintergrund aus, die Deutschen mit 8,8 Mio. oder 10,7% der Bevölkerung mehr als die HÀlfte.

Personen mit Migrationshintergrund werden Deutschlands Zukunft prÀgen

Personen mit Migrationshintergrund sind deutlich jĂŒnger als jene ohne Migrationshintergrund, weitaus hĂ€ufiger ledig und der Anteil der MĂ€nner unter ihnen ist höher. Dem Bericht ist außerdem zu entnehmen, dass die Menschen mit Migrationshintergrund in Zukunft eine noch grĂ¶ĂŸere Rolle spielen werden, da in der Gruppe der unter 5-jĂ€hrigen Kinder mit Migrationshintergrund inzwischen 34,9% der Gesamtbevölkerung stellen.