Militärintervention gegen Islamisten geplant

An der voraussichtlich zehntägigen Planungskonferenz in der Hauptstadt Bamako nehmen Vertreter der Afrikanischen Union (AU), der Westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas, der UN und Malis teil. Das Strategiepapier, das vermutlich die Intervention einer Regionaltruppe vorsehen wird, soll bis zum 15. November dem Weltsicherheitsrat vorgelegt werden.

Der Norden Malis war im Frühjahr nach einem Militärputsch in die Hand von Rebellen und radikalen Islamisten geraten. Die Extremisten, die mittlerweile zwei Drittel des Landes kontrollieren, zerstörten in den von ihnen kontrollierten Gebieten zahlreiche geschützte Mausoleen und Heiligengräber. Das Land steht nun vor der Spaltung und der Westen befürchtet die Entstehung einer neuen Terroristen-Hochburg. Mittlerweile gilt es als wahrscheinlich, dass es im Laufe der kommenden Monate zu einer Militärintervention afrikanischer Staaten unter einem UN-Mandat kommt.

Nachbarstaaten skeptisch gegenüber Militärintervention
Algerien verstärkt wegen der geplanten internationalen Militärinvention gegen islamistische Rebellen in Mali den Schutz seiner südlichen Grenzen. Anfang November sollten 35 000 Soldaten und Sicherheitskräfte im Einsatz sein, berichtete die algerische Nachrichtenseite „Algérie 1“ am Dienstag unter Berufung auf Regierungskreise.

Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika steht einer schnellen Militäraktion allerdings kritisch gegenüber und setzt auf eine politische Lösung des Konflikts. Es besteht die Befürchtung, dass Extremisten sich bei einer die Militäroffensive nach Algerien absetzen könnten. Die algerische Grenze zu Mali ist knapp 1400 Kilometer lang. (dpa)