Neuer Zündstoff im Nahen Osten

Ministerin will israelische Flagge auf dem Tempelberg „wehen sehen“

Erneut droht die Gewalt im Nahen Osten zu eskalieren. Die Aussagen der Vize-Außenministerin Zipi Chotoveli, „es ist mein Traum, die israelische Flagge auf dem Tempelberg wehen zu sehen“, sorgt gerade bei Palästinensern für Sorge.

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Der Streit zwischen Israel und den Palästinensern um den Tempelberg in Jerusalem geht weiter. Die israelische Ministerin Zipi Chotoveli sorgte mit umstrittenen Äußerungen für neuen Zündstoff. „Es ist mein Traum, die israelische Flagge auf dem Tempelberg wehen zu sehen“, sage Chotoveli dem Knesset-Fernsehen. Das Plateau sei „das Zentrum der israelischen Souveräntität, in Israels Hauptstadt, der heiligste Ort des jüdischen Volkes“. Chotoveli ist Vize-Außenministerin, leitet aber de facto das Außenamt und gibt den Ton an.

Ihre Äußerungen am Montag standen im klaren Widerspruch zu israelischen Beteuerungen, man wolle den Status quo der Stätte, die Muslimen und Juden heilig ist, nicht verändern. Die Regelung besagt, dass nur Muslime auf dem Plateau des Tempelberges beten dürfen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte in der Nacht zum Dienstag mit, Israel wahre unverändert den Status quo und er erwarte von allen Regierungsministern, sich daran zu halten. In einer Stellungnahme Chotovelis hieß es am Dienstag, sie habe nur ihre „persönliche Meinung“ gesagt und sei der Regierungspolitik verpflichtet.

Ihre Äußerungen nährten Sorgen der Palästinenser, Israel wolle mehr Kontrolle über den von Jordanien und der islamischen Wakf-Stiftung verwalteten Tempelberg erlangen. Der Streit gilt als Auslöser der jüngsten Welle der Gewalt, bei dem Dutzende Palästinenser und neun Israelis getötet wurden. (dtj/dpa)