Offiziell gilt die Türkei noch als demokratische Republik, im Lande hingegen herrschen seit langem keine demokratischen Zustände mehr. Vor allem die Presse ist seit langem im Visier des Präsidenten. Dabei geht es nicht nur um die Eingrenzung der Pressefreiheit für kritische Berichterstatter, sondern zugleich um die effektive Mediennutzung zu Gunsten des Präsidialsystems. Der Putschversuch vom 15. Juli 2016 bildet dabei den Auftakt für eine ungeahnte Säuberungswelle, die es Erdoğan ermöglicht, sich in den Medien gekonnt in Szene zu setzen und das Plädoyer für ein Präsidialsystem an den Mann zu bringen.