Nahost-Konflikt

Türkischer EU-Minister droht Israel: „Räumt unverzüglich Al-Aqsa, oder wir verjagen Euch!“

Mit markigen Sprüchen meldete sich der türkische Europaminister Volkan Bozkır in der Debatte um die Vorfälle an der Al-Aqsa-Moschee zu Wort. Die türkische Regierung fühlt sich in der Pflicht, das Heiligtum der Muslime zu schützen. (Foto: cihan)

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Der türkische Europaminister Volkan Bozkır hat Israel für ein Eindringen seiner Sicherheitskräfte in die Al-Aqsa-Moschee scharf attackiert und die israelischen Soldaten dazu aufgefordert, unverzüglich die heilige Stätte zu verlassen.

„Ich habe eine Nachricht für alle Soldaten, die mit ihren Stiefeln die Al-Aqsa-Moschee betreten: Räumt sie unverzüglich, oder wir werden Euch die Stiefel in die Hände geben und Euch beim Weglaufen zusehen!“, soll Bozkır der Nachrichtenagentur Doğan zufolge im Rahmen eines Treffens der Adalet ve Kalkınma Partisi (Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung; AKP) in der südwestlichen Provinz Burdur gesagt haben.

Am Mittwoch ist es zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften am Eingang zur Moschee aus dem 8. Jahrhundert, der drittheiligsten Stätte des Islam, gekommen. Im Vorfeld sollen einige israelische Extremisten, geschützt von  300 Sicherheitsbeamten, die Moschee gestürmt haben. Palästinensischen Offiziellen zufolge sollen israelische Kräfte dabei erstmals seit 1967 die Schwelle zur Moschee überschritten haben. Die israelische Polizei bestritt, in das Gotteshaus eingedrungen zu sein.

Palästinensischen Angaben hingegen zufolge sollen israelische Sicherheitskräfte in Schuhen weit in die Moschee geschritten sein und damit ihre Missachtung der Muslime zum Ausdruck gebracht haben, die ihre Schuhe am Eingang ausziehen.

Der ehemalige Diplomat Bozkır betonte, die Türkei werde den Frieden in Palästina schützen. „Die Türkei wird es nicht erlauben, dass friedliche Satzungen, die in Palästina oder irgendwo sonst in der Welt etabliert worden sind, gebrochen werden“, betonte er.

Al-Aqsa-Moschee steht unter jordanischer Aufsicht

Seit Israel 1967 den betroffenen Teil Jerusalems von Jordanien besetzt und abgetrennt hatte, wurde ein geltendes Verbot für Juden, auf dem Areal zu beten, auf dem sich der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee befinden, aufrechterhalten.

In den letzten Wochen hatten jedoch ultrarechte jüdische Nationalisten, darunter auch einige Minister, eine massive Kampagne ins Leben gerufen, die zum Ziel hat, diese Regelung zu beenden. Versuche, auf das Gelände zu gelangen, endeten mit Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und muslimischen Gottesdienstbesuchern, die in den Bestrebungen einen Angriff auf ein Heiligtum sehen, das von islamischen Einrichtungen geleitet wird. Derzeit wird das Areal von islamischen Offiziellen unter jordanischer Aufsicht geleitet.

Die Türkei hat das vermeintliche Eindringen in die Al-Aqsa-Moschee scharf verurteilt, Präsident Recep Tayyip Erdoğan und Premierminister Ahmet Davutoğlu sprachen von einem „schändlichen“ Akt. Davutoğlu sprach auch davon, dass es eine „heilige Pflicht“ für die Türkei sei, die Al-Aqsa-Moschee zu schützen.