Nato, Deutschland und USA verurteilen Gewalt „in aller Schärfe“

NATO
Die NATO hat den syrischen Granatenangriff auf ein türkisches Grenzdorf als flagranten Bruch internationalen Rechts und eine Bedrohung der Sicherheit des Verbündeten Türkei scharf verurteilt. Das teilte die westliche Allianz nach einer Sondersitzung der ständigen NATO-Botschafter am Mittwochabend in Brüssel mit. „Wie schon am 26. Juni festgestellt, beobachtet die Allianz die Situation in Syrien sehr genau“, schrieb das Bündnis. Damals hatte es bereits nach dem Abschuss eines türkischen Kampfflugzeugs Beratungen nach Artikel 4 des NATO-Vertrags gegeben. Diese Konsultationen kann ein Bündnismitglied beantragen, wenn es seine Sicherheit als bedroht ansieht.

Bundesregierung
Auch die deutsche Bundesregierung hat den tödlichen Granatenangriff auf ein türkisches Dorf nahe der syrischen Grenze scharf verurteilt. In einem Telefonat habe er seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoğlu „große Anteilnahme für die Toten und Verletzten übermittelt, die heute bei einem Granateneinschlag aus Syrien ihr Leben verloren haben“, erklärte Bundesaußenminister Guido Westerwelle am Mittwochabend am Rande einer Feier zum Tag der Deutschen Einheit in Paris. Des Weiteren machte er deutlich: „Wir verurteilen diese Gewalt in aller Schärfe.“ Er forderte die syrische Regierung auf, sich für die Gewalt zu entschuldigen. Ferner müssten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen und die Familien der Opfer entschädigt werden.

Westerwelle nannte „die erneute Verletzung der territorialen Integrität der Türkei aus Syrien“ einen schwerwiegenden Vorgang. Zugleich habe er Davutoğlu gebeten, „bei aller verständlicher Empörung mit Besonnenheit und mit dem Blick für die außerordentlich gefährliche Lage in der ganzen Region zu handeln“.

USA
Des Weiteren haben auch die USA mit scharfer Kritik auf den jüngsten syrischen Granatenangriff auf ein türkisches Grenzdorf reagiert. „Wir sind empört darüber, dass Syrien über die Grenze geschossen hat“, sagte Außenministerin Hillary Clinton am Mittwoch in Washington. Sie äußerte sich allerdings noch vor den Berichten über einen türkischen Gegenangriff auf Ziele in Syrien.

In dem türkischen Dorf Akçakale waren nach türkischen Angaben mindestens drei Granaten eingeschlagen. Die türkische Armee habe daraufhin Ziele in Syrien angegriffen, berichteten türkische Medien unter Berufung auf Regierungsangaben.