New York: Anschlag auf FED vereitelt

Die amerikanischen Bundesbeh旦rden haben nach Informationen des Senders FOX News am Mittwochmorgen den 21 Jahre alten Staatsangeh旦rigen aus Bangladesch, Quazi Mohammad Ahsan Nafis, unter dem Verdacht festgenommen, ein Geb辰ude der US-amerikanischen Notenbank FED (Federal Reserve Bank“) in die Luft zu sprengen versucht zu haben.

Das anvisierte Zentralbankgeb辰ude, eines von 12 USA-weiten Standorten der FED, befindet sich in New York Citys Stadtteil Lower Manhattan, nur wenige Blocks vom Schauplatz der Terroranschl辰ge des 11.September 2001 entfernt.

Der Verd辰chtige parkte den Angaben der Polizeibeh旦rden zufolge einen Kleinlaster direkt vor dem Geb辰ude der FED in der Meinung, darin befinde sich eine scharfe 500-Kilo-Bombe, die zeitnah nach dem Abstellen des Fahrzeuges detonieren w端rde.

Tats辰chlich hatte das FBI dem 21-J辰hrigen eine Falle gestellt. Bei dem Sprengk旦rper handelte es sich nach Angaben der Joint Terrorism Task Force um eine Attrappe, die ihm verdeckte Ermittler untergejubelt h辰tten, nachdem der Mann wegen seiner verd辰chtigen Aktivit辰ten bereits 端ber einen l辰ngeren Zeitraum hinweg unter Beobachtung gestanden h辰tte. Es habe nach Angaben des FBI zu keiner Zeit eine Gefahr f端r die ffentlichkeit bestanden.

Weiteren Medienberichten zufolge soll Nafis jedoch f端r den Fall eines Scheiterns des Anschlages ein Selbstmordattentat geplant haben.

Mit Studentenvisum eingereist

Nafis wird sich nun vor Gericht f端r die Tatvorw端rfe verantworten m端ssen, Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Qaida zu haben und im Januar mit dem Ziel in die USA eingereist zu sein, Mitglieder f端r den Aufbau einer Terrorzelle zu werben und in weiterer Folge Terroranschl辰ge auszuf端hren. Der Verd辰chtige war mit einem Studentenvisum f端r eine Schule in Missouri eingereist. Einer jener Personen, die Nafis f端r die terroristische T辰tigkeit habe rekrutieren wollen, war jedoch nach Angaben der Beh旦rde ein V-Mann des FBI.

Nach Angaben der Sicherheitsbeh旦rden g辰be es jedoch keinen Hinweis darauf, dass Nafis durch Al Qaida selbst gesteuert worden w辰re. Er war nach eigenen Angaben der Auffassung, f端r Al Qaida t辰tig zu werden, sozusagen im Sinne einer Gesch辰ftsf端hrung ohne Auftrag.

Nafis soll verdeckten Ermittlern gegen端ber angegeben haben, etwas Groes durchf端hren zu wollen, das die gesamte Nation ersch端ttern w端rde, die USA zu einem Politikwechsel veranlassen sollte und die Muslime einen Schritt n辰her zur Weltherrschaft bringen solle.

Urspr端nglich soll Nafis auch einen Anschlag auf Pr辰sident Barack Obama oder zumindest einen hochrangigen Offiziellen ins Auge gefasst haben, auch die New Yorker B旦rse soll kurzzeitig ins Visier seiner Anschlags端berlegungen geraten sein.

Nach Angaben des FBI w辰re eine von Nafis verfasste, schriftliche Erkl辰rung aufgefunden worden, in welcher dieser angab, die Zerst旦rung Amerikas anzustreben und meinte, der beste Weg, um dies zu erreichen, w辰re, die Wirtschaft zu treffen. Er zitierte in diesem Pamphlet unter anderem auch unseren geliebten Scheich Osama bin Laden.

Nafis wurde kurz nach seiner Festnahme erstmals einem Gericht in Brooklyn vorgef端hrt, wo er mit den Vorw端rfen der versuchten Verwendung einer Massenvernichtungswaffe und des Versuchs der Unterst端tzung Al Qaidas durch Bereitstellung von Material konfrontiert wurde. Er soll bislang zu den wider ihn erhobenen Vorw端rfen schweigen.

Nach Angaben des NYPD-Commissioners Raymond Kelly habe es seit den Anschl辰gen vom 11.September 2001 bereits 15 weitere Terrorkomplotte gegeben.

Politische Folgen f端r die USA

Der vereitelte Terroranschlag wenige Wochen vor der Wahl des Pr辰sidenten der USA f端r die n辰chste Amtsperiode und f端r 33 Senats- sowie alle 435 Repr辰sentantenhaussitze k旦nnte noch einmal Fragen der Inneren Sicherheit sowie der Auenpolitik in den Fokus des Interesses r端cken.

Kritiker bem辰ngeln, Heimatschutzbeh旦rden w端rden durch ihr Vorgehen n辰mlich das faktische Begleiten terroristischer Tatentschl端sse bis knapp vor der Tatausf端hrung unn旦tig Terrorangst sch端ren. Potenzielle T辰ter wie Nafis k旦nnten nach ihrer Auffassung viel fr端her gestoppt und aus dem Verkehr gezogen werden. Beh旦rden und Politiker hingegen geben zu bedenken, dass sich die USA nach wie vor in einem Krieg bef辰nden und durch das Infiltrieren von Gruppen mehr Erkenntnisse gewonnen werden k旦nnten als durch eine m旦glichst fr端hzeitige Unsch辰dlichmachung potenzieller Gefahren.

Wie das Beispiel des Quazi Mohammad Ahsan Nafis zeigt, d端rfte das Heimatschutzministerium zweifellos mit seiner Einsch辰tzung richtig liegen, dass die gr旦te Gefahr von Anschl辰gen auf amerikanischem Boden von Einzelt辰tern ausgeht, die von einer Ideologie getrieben sind, aber nicht selbst von bestehenden Gruppen gesteuert werden.

Es ist nach der Vereitelung des Anschlags zwar einmal mehr davon auszugehen, dass die 端blichen Verd辰chtigen diesseits und jenseits des Atlantiks wieder versuchen werden, den muslimischen Hintergrund des Verd辰chtigen und dessen Aussagen f端r islamfeindliche Pauschalvorw端rfe zu instrumentalisieren.

Zeigt die Tat das wahre Gesicht des Islam?

Dabei wird die These, das geplante Attentat w辰re ein weiterer Beweis f端r eine islamische Gefahr und eine feindselige Haltung der islamischen Welt insgesamt gegen den Westen, durch das Ziel des Anschlages und auch zahlreiche Leserkommentare in westlichen Massenmedien selbst widerlegt.

Die Federal Reserve Bank ist n辰mlich zuvorderst ein Feindbild f端r politische Exzentriker und Verschw旦rungstheoretiker der westlichen Welt selbst, von der linksradikalen Bewegung Occupy Wall Street 端ber libert辰re Zentralbankgegner aus dem Umfeld des bekannten republikanischen Ex-Pr辰sidentschaftskandidaten Ron Paul bis hin zu militanten Regierungsgegnern aus dem Umfeld privater Milizen oder Sekten in der amerikanischen Provinz.

Neben den 端blichen islamophoben Kommentaren finden sich dementsprechend auch reichlich H辰me gegen端ber der FED und antiamerikanische Verschw旦rungstheorien.

F端r verirrte, vereinsamte junge M辰nner aus besseren Verh辰ltnissen bergen zahlreiche aus Europa kommende, totalit辰re Ideologien der Moderne reichlich Stoff f端r Selbstradikalisierungen. Auch wenn noch nichts N辰heres 端ber Nafis und seinen pers旦nlichen Hintergrund bekannt ist, deuten die F辰higkeit, sich einen monatelangen Aufenthalt in den USA leisten zu k旦nnen und die geistige Kapazit辰t zum Formulieren politischer Manifeste zumindest darauf hin, dass er nicht aus den verarmten Massen seines Heimatlandes stammen d端rfte.

Sein Beispiel und die Tatsache, dass sich seine Rhetorik und seine Ideen nur unwesentlich von jenen links- oder rechtsextremistischer Banken- oder Amerikahasser aus dem Westen unterscheidet, unterstreichen eher, dass die vorgeblich islamische Agenda Al Qaidas und ihrer Sympathisanten nicht in der Tradition des Islam steht (die den kharidjitischen Weg der bewaffneten Rebellion schon vor Jahrhunderten ad acta gelegt hatte), sondern vielmehr in jener der westlichen Moderne.