Offenbach: Polizei geht nach Moscheebesuch gegen Jugendliche vor

Die Serie an Meldungen, in denen es um unverh辰ltnism辰ige Polizeigewalt in Deutschland geht, reit nicht ab. Jetzt soll es am 17.07. in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zu einem Vorfall in Offenbach am Main gekommen sein, bei dem muslimische Jugendliche nach einem Moscheebesuch Opfer von polizeilicher Gewalt wurden.

Demnach wurde die aus etwa 15 t端rkischen und marokkanischen Jugendlichen bestehende Gruppe, die sich nach dem Gebet vor der Alpha-Zeitarbeitsfirma in der Waldstrae/Eberhard-von-Rochow-Str. in Offenbach versammelt hatten, einer Ausweiskontrolle unterzogen. Dabei sei die Polizei aggressiv und bedrohlichvorgegangen und habe Handschellen und Schlagst旦cke eingesetzt, obwohl sich kein Jugendlicher zur Wehr gesetzt habe. Auch Pfefferspray soll zum Einsatz gekommen sein. Nachdem es keinen Grund f端r Festnahmen gegeben habe und die Jugendlichen laufen gelassen wurden, h辰tten Beamte der Gruppe nahegelegt, es sei besser, nicht zur Presse zu gehen.

Augenzeugenberichten nach waren zum Zeitpunkt des Einsatzes 13 Streifenwagen vor Ort. Umut K., der sich als Anwohner Sorgen um seinen Bruder machte und sich nach drauen begab, sagte, er sei von Beamten ebenfalls geschlagen und getreten worden, obwohl er nur gefragt habe, was passiert sei. Er habe eine Anzeige wegen K旦rperverletzung gestellt.

Polizei war an Eskalation interessiert

Soufian D. ist der Meinung, dass die Polizei die Gruppe wegen ihrer muslimisch aussehenden Kleidung so behandelt habe. Wir haben sie nach ihren Namen und Papieren gefragt, doch sie haben uns keine Auskunft gegeben. Sie haben sogar 13-j辰hrigen Kindern Handschellen angelegt. Wir lteren haben uns gutm端tig verhalten, damit die Lage in der Gegenwart der Kinder nicht eskaliert, doch die Polizei war scheinbar gezielt an einer Eskalation interessiert, sagte D.

Einer der Polizisten soll sich nach dem Vorfall entschuldigt haben, gab G旦ksel S. bekannt. Ein anderer soll gesagt haben, dass es in anderen L辰ndern viel schlimmer zugehe und die Jugendlichen sich nicht beschweren sollten. Diese sahen das anders: Wir hatten keine Waffen bei uns, nichts, wof端r man uns belangen k旦nnte. Dennoch wurden wir geschlagen und traktiert. Als Muslime werden wir wie potenzielle Verbrecher gesehen. Sie haben h旦hnisch gel辰chelt w辰hrend des Einsatzes. Die Beamtinnen gingen sogar noch h辰rter zur Sache als ihre m辰nnlichen Kollegen. Wir werden Strafanzeige erstellen und wollen Gerechtigkeit, erkl辰rten die Jugendlichen.

Um den Vorfall k端mmert sich nun die Kanzlei z巽elik-Dilci, die im Namen der Gesch辰digten Strafanzeige u.a. wegen K旦rperverletzung im Amt stellte. In einer am Donnerstagabend gemeinsam mit dem hessischen UETD-Vorsitzenden Muhsin enol verlautbarten Presseerkl辰rung wurde die unverh辰ltnism辰ige Polizeigewalt verurteilt.enol vom UETD, die sichals 端berparteiliche Organisation der in Europa lebenden T端rken und t端rkischst辰mmigen B端rger versteht, sagte, dass unmittelbar nach dem Vorfall Kontakt mit den offiziellen Beh旦rdenstellen der Stadt und Vertretern des t端rkischen Konsulats aufgenommen wurde. F端r den heutigen Freitagabend sei zudem eine Protestaktion am Ort des Vorfalls geplant.