Peer Steinbr체ck: Vom potenziellen Staatsfeind zum Kanzlerkandidaten

Im Fr체hjahr 1972 gab es in der Wohngemeinschaft, in der Peer Steinbr체ck zu dieser Zeit wohnte, eine polizeiliche Durchsuchung. Der Steinbr체ck-Biografie von Daniel Friedrich Sturm ist zu entnehmen, dass Steinbr체ck fr체hmorgens von Polizeibeamten mit vorgehaltener Waffe geweckt wurde. Es sei eine ausgiebige Wohnungsdurchsuchung erfolgt. Aus einem Aktenkoffer, der von einem der Ermittler in Steinbr체cks Wohnung vergessen wurde – schon damals waren offenbar gravierende Ermittlungspannen dem Handeln einiger Sicherheitsbeh철rden nicht fremd -, konnte dieser den Grund der Razzia erfahren. Nachbarn hatten die WG-Bewohner verd채chtigt, an einem Bank체berfall in der Gegend beteiligt gewesen zu sein, da am Tatabend in der WG-Wohnung gefeiert wurde. Au횩erdem waren die Vormieter der Wohnung radikale Anh채nger des Studentenbundes, was den Verfassungsschutz mutma횩en lie횩, in der WG k철nnte ein fl체chtiges Mitglied der RAF untergekommen sein. Peer Steinbr체ck wurde fortan vom Verfassungsschutz als potenzielle Bedrohung im System gef체hrt.

Als der heutige Spitzenmann und Kanzlerkandidat der SPD sich Mitte der 70er-Jahre im Bauministerium um eine Festanstellung bewarb, wurde ihm die Stelle mit der Begr체ndung, er ein Sicherheitsrisiko, verweigert. Auf Grund des Radikalenerlasses aus dem Jahre 1972, der verfassungsfeindliche Kr채fte aus dem 철ffentlichen Dienst fernhalten sollte, konnte der im System des deutschen Inlandsgeheimdienstes aufgef체hrte Peer Steinbr체ck keine Stelle im Staatsdienst antreten. In seiner Biografie sagt Steinbr체ck, er sei 엍n eine kafkaeske Geschichte hineingeraten, leider als Hauptperson.

F체r den jungen Vater folgte eine Zeit der Ungewissheit, da er auf Grund des Radikalenerlasses keine passende Arbeit fand. R체ckblickend sagt der Ex-Finanzminister 체ber diese Zeit: 얛as Gef체hl der Verunsicherung habe ich nicht vergessen.

Nur dank des pers철nlichen Einsatzes von einigen SPD-Politikern wurde das Verfahren gegen Steinbr체ck eingestellt und die Einstufung als potenzielle Bedrohung im System des Verfassungsschutzes damit hinf채llig. Steinbr체ck konnte seine Laufbahn im 철ffentlichen Dienst antreten und wurde vom Bundesministerium f체r Forschung und Entwicklung eingestellt.