Peshmerga-Kommandeur: Wir könnten „jeden Moment“ angreifen

Der Kommandeur der kurdischen Peshmerga, Mahmoud Sankawi, hat am Dienstag davor gewarnt, dass seine Truppen die irakischen Regierungssoldaten „jeden Moment” angreifen könnten. Bagdad hatte zuvor Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in Richtung der umstrittenen Stadt Kirkuk geschickt. Die offene Drohung ist das jüngste Anzeichen für erhöhte Spannungen zwischen der Zentralregierung in Bagdad und der kurdischen Autonomieregierung.

Mahmoud Sankawi sagte, seine Truppen seien in höchster Alarmbereitschaft und würden die irakischen Soldaten notfalls auch mit Gewalt aufhalten, sollten diese sich weiter in Richtung der Stadt Kirkuk bewegen. Seinen Angaben zufolge hätten sich 30 Panzer und mehrere Dutzend gepanzerter Fahrzeuge über Nacht der Stadt genähert.

Bei bewaffneten Auseinandersetzungen in der Stadt Tuz Khormato war am Freitag bereits ein Zivilist getötet worden. Ein irakischer Regierungsbeamter sagte am Montagabend, dass der irakische Präsident Jalal Talabani in die kurdischen Autonomiegebiete aufgebrochen sei, um die durch Zusammenstöße zwischen kurdischen und irakischen Streitkräfte verursachte, spannungsgeladene Situation zu beruhigen.

Iraks Zentralregierung und Kurden streiten seit der US-Invasion und dem Sturz Saddam Husseins um einige Gebiete im Norden des Iraks. Besonders umstritten sind die Stadt Kirkuk und die nahegelegenen riesigen Ölfelder. Kurden und Araber, aber auch Turkmenen beanspruchen die Stadt für sich.

Zuletzt hatte die Regierung der autonomen Region Nordiraks erstmals selbstständig Öl exportiert. Die jetzige Truppenverlegung kann als Versuch der irakischen Zentralregierung zur Kontrolle des gesamtirakischen Ölgeschäfts verstanden werden.