„Begegnung mit Gülen war der Höhepunkt meiner Karriere“

Im Rahmen einer Veranstaltung, die vom Forum für Interkulturellen Dialog e.V. (FID) organisiert wurde, hat Prof. James C. Harrington sein neues Buch „(Un)abhängige Justiz – Die Gerichtsverfahren um Fethullah Gülen im Zuge der Demokratisierung der Türkei“ in Frankfurt/Main vorgestellt. Unter den Gästen war auch der FAZ-Autor Rainer Hermann, Verfasser des am Samstag erschienenen FAZ-Artikels „Tue Gutes, und lasse es wirken“. Er sagte, dass er vor 2 Wochen in Pennsylvania die Möglichkeit hatte, persönlich mit Fethullah Gülen zu sprechen. Diese Begegnung sei der Höhepunkt seiner beruflichen Karriere gewesen.

Rainer Hermann war 17 Jahre lang als Journalist in der Türkei tätig. Er habe die gerichtlichen Verfahren gegen Gülen verfolgt und sagte weiter: „Ich persönlich bewerte mich als einen Journalisten, der im Hinblick auf Gülen und die Gülen-Bewegung gerecht und passend zum Kern des Themas schreibt. Natürlich stört mich das auch, dass sowohl bei diesem Thema als auch in anderen Zusammenhängen einige Journalisten nur für ihren eigenen Nutzen schreiben. Entweder verfügen diese über unvollständige Informationen oder sie werden von anderen Menschen instrumentalisiert. Je weniger Wissen solche Journalisten haben, desto leichter ist es, sie zu instrumentalisieren. Ich finde es hervorragend, dass Prof. Harrington diese Themen offen und verständlich präsentiert.“

Der FAZ-Autor sagte außerdem, dass er die Befürchtung, die Gülen-Bewegung könnte unkontrolliert wachsen, nicht teile. Der Autor bezeichnete die Hizmet-Bewegung als eine seit 40 Jahren kontinuierlich wachsende Bewegung und fuhr fort: „Diese Diskussionen sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Türkei sowie in den USA vorzufinden“.

Kemalisten auf dem absteigenden Ast

Zurzeit findet ein Rückzugsgefecht der alten Eliten statt und diese haben bemerkt, dass sie dieses Gefecht verlieren werden. Solange es diese Kemalisten, die nicht auf ihre Privilegien verzichten wollen, und ihre westlichen Freunde gibt, werden diese Diskussionen immer wieder fortgeführt.

Hermann weiter: „Aber diese Diskussionen werden mit der Zeit ihre Intensität verlieren. Dies kann man sich biologisch erklären.“ Kemalisten seien eine mehrheitlich alte Generation. Und eine weitere Erklärung wäre, dass mehr und mehr Menschen mit der Zeit verstehen würden, dass Fethullah Gülen ein Theologe, ein Intellektueller und ein Denker wäre und welch immense Qualität seine Werke aufweisen würden. Auf der anderen Seite würden sie verstehen, wie diese Bewegung mit unserer sozialen Struktur übereinstimme. Fethullah Gülen rate den jungen Muslimen: „Fügt euch in die Gesellschaft, in der ihr lebt, ein, lernt die Sprache, profitiert von Bildungschancen, lernt auf den eigenen Beinen zu stehen, teilt euer Einkommen mit obdachlosen, kranken und hilfsbedürftigen Menschen“. Sie würden verstehen, wie wertvoll und was für eine große Chance dies für unsere Gesellschaft sei.

Er habe das Buch von Prof. Harrington gelesen und unterstütze dessen Thesen. Hermann sprach sich dafür aus, die Anzahl solcher Programme und Aktivitäten zu erhöhen.

Prof. Harrington sagte am Ende seiner Buchvorstellung: „Für Gerechtigkeit brauchen wir moralische Begleitpersonen und wir haben noch viel zu tun.“ Er unterschrieb seine Bücher mit der kleinen Notiz „Lasst uns für Frieden und Gerechtigkeit gemeinsam arbeiten“.

Die von Harrington benutzten Quellen und Dokumente sind unter www.texascivilrightsprojekt.org zu finden.