Rechtsextreme planen Deal mit Schmähfilm-Produzenten

Der Vorsitzende der rechtsextremen „Bürgerbewegung Pro Deutschland“, Manfred Rouhs, kündigte an, sich um eine Vereinbarung mit dem Produzenten des islamfeindlichen Schmähfilms „Die Unschuld der Muslime“ bemühen zu wollen. Ziel sei es, gemeinsam mit dem in den USA kürzlich wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen inhaftierten, rechtskräftig wegen Betrugs verurteilten Nakoula Basseley Nakoula den Film im Internet zu vertreiben.

Rouhs wolle für das heimische Publikum einen Stream mit deutschen Untertiteln anbieten. Er geht davon aus, dass durch den Film ein fünfstelliger Betrag eingespielt werden könnte, der primär dem amerikanischen Produzenten zugutekommen sollte.

Bislang gilt jedoch als unklar, ob ein kompletter Film mit diesem Titel überhaupt existiert. Im Internet kursierte lediglich ein 15-minütiger Zusammenschnitt aus verschiedenen Szenen. Eine Schauspielerin hat zudem eine Klage gegen den Produzenten eingereicht mit der Begründung, dieser habe die Mitwirkenden während des Drehens der Szenen über den wahren Charakter der Produktion im Unklaren gelassen.

Der Film, in dem der Prophet des Islam auf übelstem Gossenniveau geschmäht wurde, hatte in mehreren Ländern der Welt Anlass zu gewalttätigen Ausschreitungen mit mehreren Todesopfern gegeben. Die Ankündigung der Rechtsextremen, die Produktion in Berlin öffentlich aufführen zu wollen, scheiterte bislang an der Weigerung von Kinobesitzern, einen Saal zur Verfügung zu stellen.

Ein langjähriger Insider der Pro-Bewegung bezeichnete Rouhs‘ Vorhaben als verachtenswert und scheinheilig.

Die Pro-Bewegung sei aus rassistischen Gründen gegen die Anwesenheit muslimischer Einwanderer in Deutschland und lehne Muslime auch dann ab, wenn diese sich darum bemühen, etwas Positives für das Zusammenleben unter den Menschen zu leisten. Insgeheim hegten die Pro-Führungskader jedoch allergrößte Sympathien für radikal-islamistische Bestrebungen wie beispielsweise die Salafisten, da sich diese kompromisslos gegen Demokratie und offene Gesellschaft stellen würden, die nach Auffassung deutscher Nationalisten den kulturellen Niedergang des deutschen Volkes herbeigeführt hätten.

Aus populistischen und wahltaktischen Gründen inszeniere man sich jedoch in der Öffentlichkeit als Retter vor einer angeblichen „Islamisierung“ Deutschlands.