René Adler zurück in der Nationalmannschaft

Zum letzten Mal im für Joachim Löws Mannschaft eher durchwachsenen Fußballjahr 2012 wird die DFB-Elf am kommenden Mittwoch zum Testspiel gegen die Niederlande in Amsterdam (20.30 Uhr/ARD) auflaufen.

Nach zwei Jahren wird erstmals wieder HSV-Schlussmann René Adler im Aufgebot des Nationalteams stehen, das nach bislang drei Niederlagen – in den Tests gegen Frankreich und die Schweiz sowie im EM-Halbfinale gegen Italien – und schwachen Vorstellungen in Österreich und zuletzt in der zweiten Halbzeit gegen Schweden die Chance hat, gegen den großen Rivalen noch einen versöhnlichen Schlusspunkt zu setzen.

Seine Entscheidung für Adler begründete Löw mit einem konstanten Formhoch des Hamburgers in den letzten Spielen. „René Adler hat im letzten halben Jahr sehr gute Leistungen gezeigt. Seine Fähigkeiten sind bekannt. In der Form gehört er in das Aufgebot. Er soll wieder seine Chance bekommen, sich auch international zu bewähren“, wird der Teamchef von „Focus Online“ mit Blick auf den lange verletzten Torhüter zitiert.

Am Montag will Joachim Löw entscheiden, ob Adler von Beginn an zum Einsatz kommen wird. Seine Einberufung soll ein Signal an die Mannschaft darstellen, dass es keinerlei Sicherheiten mehr geben soll und innerhalb der Mannschaft künftig jeder permanent sein Trikot durch Einsatz und Leistung verteidigen werde müssen. Der Konkurrenzkampf werde alle Positionen betreffen.

Prestigeduell gegen revanchelüsterne Niederländer

Ob Adler erstmals seit November 2010 im DFB-Trikot auch gleich zum Einsatz kommt oder Stammkraft Manuel Neuer die kompletten 90 Minuten in der Amsterdam Arena spielt, ließ Löw noch offen. „Das werden wir am Montag besprechen“, kündigte der DFB-Chefcoach an. Doch die Botschaft ist jetzt schon deutlich: Die einstige Nummer 1 wird für ihre Auftritte im HSV-Trikot belohnt – und Löw will Konkurrenzkampf auf allen Positionen.

Erstmals im Kader stehen wird Roman Neustädter vom FC Schalke 04, fehlen werden die Verletzten Sami Khedira und Holger Badstuber.

Es wird beim 40. Aufeinandertreffen zwischen den Nachbarn eine besonders motivierte niederländische Mannschaft erwartet, die vor eigenem Publikum Revanche sucht für die 1:2-Niederlage in der EM-Vorrunde und das blamable 0:3 vor einem Jahr in Hamburg. Von den bislang 39 Länderspielen hat Deutschland 15 für sich entscheiden können, die Niederlande gewannen 10 Mal, 14 Duelle endeten unentschieden (Torbilanz 77:64).

DFB-Gegner und die Türkei testen ebenfalls
Von den deutschen WM-Qualifikationsgruppengegnern wird Schweden am Mittwoch den härtesten Gegner vorfinden. Das Drei-Kronen-Team wird in Stockholm auf England treffen. Irland spielt in Dublin gegen Griechenland. Österreich erwartet in Linz an der Donau die Mannschaft der Elfenbeinküste. Für Österreichs Fußball gibt es indessen eine schlechte Nachricht: Aufgrund der enttäuschenden Ergebnisse der Vereinsmannschaften in der Europa League wurde Österreich in der UEFA-Fünfjahreswertung von der Schweiz auf Platz 16 verdrängt und würde dadurch ab der Saison 2013/14 nur noch vier Startplätze für den Europapokal aufweisen.

Auch die Türkei wird am Mittwoch im Einsatz sein. Im Heimspiel gegen Dänemark kann die Mannschaft von Trainer Abdullah Avcı in Istanbul noch einmal das heimische Publikum für die schlechte Bilanz in der WM-Qualifikation entschädigen.