„Sandmännchen“ lernt zu sprechen und kommt in Spielfilmlänge

Wie der Mediendienst DWDL.de mitteilt, wird im Rahmen des Vorweihnachtsprogramms auf Kika am 23. Dezember um 16.25 eine Folge des „Sandmännchens“ in Spielfilmlänge ausgestrahlt. Zu diesem Zweck hat die bislang wortlose Hauptfigur der beliebten Gute-Nacht-Sendung für Kinder sogar eine Stimme erhalten. Diesen Part soll Volker Lechtenbrink als Synchronstimme übernehmen. „Er hat eine bekanntermaßen tiefe, warme Stimme“, erklärte Produzent Jan Bonath. „Es ist eine sanfte Stimme, eine, der man intuitiv vertraut.“ Ein Schlaflied für den Film wurde von Anke Engelke beigesteuert.

„Das Sandmännchen – Abenteuer im Traumland“ lief bereits im Kino und ist eine deutsch-französische Koproduktion umgesetzt von der Produktionsfirma scopas medien AG. Als Koproduzenten fungierten RBB, MDR, NDR, Kika und der französische Partner Amuse Films. Verantwortliche Redakteurinnen beim RBB sind Anne Knabe und Sabine Preuschhof.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der kleine und ängstliche Miko, aus dem ein mutiger Junge wird. Er und das verrückte Schlafschaf Nepomuk helfen dem Sandmann dabei, den Traumsand zurückzuholen, der ihm vom Wirbelsturm Habumar (gesprochen von Ilja Richter) gestohlen wurde. Für das Drehbuch wurden Katharina Reschke und Jan Strathmann bereits mit dem Kindertiger 2011 ausgezeichnet.

Ostdeutsche Erfolgsgeschichte

Das „Sandmännchen“ gilt als eine der wenigen genuinen DDR-Fernsehproduktionen, die nach der Wiedervereinigung auch gesamtdeutsch dauerhaften Erfolg hatten. Nachdem „Unser Sandmännchen“ 1959 erstmals vom ostdeutschen DFF ausgestrahlt worden war, erhielt die Figur ihr bis heute unverändertes Aussehen mit dem typischen weißen Bart im Sommer 1960.

Das Sandmännchen gestaltete zur von Wolfgang Richter komponierten Musik und dem „Abendgruß“-Text von Walter Krumbach eine Rahmenhandlung, in die eine kurze Geschichte mit beliebten Figuren des DDR-Kinderfernsehens wie „Pittiplatsch“ oder „Herr Fuchs und Frau Elster“ eingebettet war. Danach verabschiedete sich das Sandmännchen unter Verstreuen des „Traumsandes“. Ostdeutsche Eltern schafften es meist ohne Probleme, ihren Kindern einzureden, dass dieser Müdigkeit verursache – sodass es die Kinder am Ende selbst glaubten und zeitnah einschliefen.

Das „Sandmännchen“ wurde vor allem dadurch so beliebt, dass es kindgerechte, nicht aufregende und gewaltfreie Unterhaltung bot, die – sieht man von einzelnen Gastauftritten von NVA-Soldaten oder Grenztruppen an den einschlägigen Feiertagen ab – selbst zu Zeiten der totalitären sozialistischen Diktatur weitgehend politikfrei war. Eine Folge, in der das Sandmännchen im Heißluftballon angekommen war, wurde jedoch durch die SED verboten: Zwei Tage vor der Ausstrahlung war es zwei Familien aus Thüringen gelungen, mittels eines selbstgebastelten Heißluftballons nach Bayern zu fliehen.

Heute wird „Unser Sandmännchen“ regelmäßig um 17:55 Uhr im RBB und um 18:50 Uhr im MDR und im Kika gesendet.